Mit dem Bus nach Viñales

Die Viazul-Busstation in Havanna
Pünktlich um 7:20 holt mich das Taxi von meiner Unterkunft ab. Obwohl: Taxi wäre vielleicht etwas zuviel gesagt: Es ist ein Bekannter von Simone, der sich mit seinem 30 Jahre alten Lada ein wenig Geld dazu verdient. Dem Auto sieht man sein Alter an, Sicherheitsgurt gibt es auch keinen und für den Fahrer gelten offensichtlich keine Geschwindigkeitsbeschränkungen. Gut dass er wenigstens bei Rot anhält.

Nach etwa 20 Minuten komme ich am Busbahnhof an, ein unscheinbares Gebäude, an dem ich allein wohl vorbei gelaufen wäre. Ich gebe dem Fahrer seine 10 CUC und dann verläuft alles rascher als erwartet: Da ich die Fahrt nach Vinales bereits von zu Hause aus über das Internet gebucht habe, muss ich den Ausdruck nur vorlegen und bekomme dann ein neues. Die Abfertigung geht schnell und es gibt keine langen Schlangen bei den Schaltern.
Ich hole mir um 30 Cup noch eine Flasche Wasser und eine Dose Orangenlimonade, beides schön kühl. Auch im Bus ist es kühl, um nicht zu sagen kalt, aber das wusste ich zum Glück aus Reiseberichten anderer Tramper und hatte meinen Pullover und ein Halstuch im Handgepäck dabei.
Die Sitze waren breit und bequem, auf jeden Fall besser als im Economy-Bereich des Fliegers und so konnte ich auch der in 2 Tagen folgenden achtstündigen Fahrt von Viñales nach Cienfuegos getrost ins Auge sehen.
Das „Motorradtagebuch“ des jungen Ernesto Guevara
Hier am Busbahnhof bekam ich auch das Reisetagebuch von Che Guevara, das ich in der Stadt vergeblich gesucht hatte.
Die Autobahn in Richtung Pinar des Rios verläuft schnurgerade durch grüne Wiesen und Felder nach Westen. Sie hat 2 Spuren in jede Richtung, ist gut ausgebaut und es gibt kaum Verkehr. Das Geschwindigkeitslimit beträgt hier 100 km/h.  Links und rechts der von Laubbäumen und Palmen gesäumten Straße  sieht man vereinzelte Dörfer, weidende Rinder und Gemüsegärten. Rechts von der Fahrbahn gibt es noch eine weitere Spur für Radfahrer.
Pause in Las Terrazas
Keine Shoppingcenter am Ortsende, keine Reklametafeln am Rande der Autobahn… Dafür Pferdekutschen, Ziegen, ja sogar vereinzelte Hühner. Wie schön, dass Kuba sich noch immer gegen den Kapitalismus wehrt  aber wie lange wird es noch so bleiben?
Auf der Autobahn von Havanna nach Viñales
Nach einer Stunde erreichen wir das Öko-Dorf Las Terrazas. Der Bus hält ca. 20 Minuten, genug Zeit für einen kleinen Spaziergang, eine Erfrischung und einen  Besuch der für kubanische Verhältnisse sehr gepflegten Toilette im Rancho Curujey.
Restaurante „Rancho Curujey“
Ich hatte ursprünglich geplant, hier ein oder zwei Tage zu bleiben, aber kein Quartier zu einem halbwegs vernünftigen Preis gefunden, daher war ich sehr froh, dass ich dieses wunderschöne Fleckchen Erde wenigstens auf diese Art kurz zu sehen bekam.
Pinar de los Rios


Nun noch ein kurzer Halt in Pinar de Los Rios, wir dürfen allerdings nicht aussteigen. Das ist schade,denn soweit ich vom Bus aus sehen kann, hat diese Stadt  nicht nur architektonisch so einiges zu bieten.

Die letzten Kilometer bis Viñales quält sich der alte Bus über Serpentinen bergauf und bergab, dann sind wir am Ziel.

Iglesia del Sagrado Corazón de Jesús  Viñales

Die Bushaltestelle befindet sich direkt im Ortszentrum gegenüber der Kirche und kann ich meine schon von zu Hause aus reservierte Casa leicht zu Fuß erreichen.

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