![]() |
| Unterwegs nach Ollantaytambo |
Kevin ist ein junger Mann aus dem Urubambatal, der in meinem Hotel als „mozo“, d.h. Junge für alles arbeitet. Er wurde mit dem Auto nach Cusco geschickt, um mich dort vom Busbahnhof abzuholen.
Auf der zweistündigen Fahrt nach Ollantaytambo erzählte er mir eine Menge über Land und Leute und hielt zwischendurch mehrmals an, um mir zwei besonders schöne Aussichtspunkte, die spektakulären Skylodge Adventure Suites (Übernachtung in einer Art Glaskapsel 300 m hoch an einer Felswand) bei Pachar zu zeigen.
![]() |
| Skylodge Adventure Suites, Pachar |
Wir kommen an vielen Häusern in Lehmbauweise vorbei, d.h. genauer gesagt aus Lehmziegeln (Spanisch „adobe“), die aus der hier vorkommenden roten Erde hergestellt, mit Stroh vermischt und anschließend in Holzformen getrocknet werden. Dieses Material, das schon seit Urzeiten verwendet wird, weist auch sehr gute Isolationseigenschaften auf, was bei den kalten Nächten und der starken Sonneneinstrahlung unter Tags hier im Gebirge von großer Bedeutung ist.
Der 22-Jährige, dem man seine indianische Abstammung deutlich ansieht und dessen Großeltern noch Quechua sprechen, während er diese Sprache zwar versteht, aber nur mehr selten in ihr spricht, ist trotz des mäßigen Verdienstes (der gesetzlich vorgeschriebene monatliche Mindestlohn in Peru liegt bei etwa 900 Soles) froh, in seiner Heimat arbeiten zu können und nicht in der Großstadt auf Arbeitssuche gehen zu müssen, denn er liebt die Natur und das Urubambatal.
![]() |
| Im Urubamba-Tal |
Wie so viele Jugendliche in allen Teilen der Welt, stört ihn die Korruption in der Politik (unterschiedslos bei Rechten und Linken), wodurch im Land nichts weitergeht und jeder selbst schauen muss, wie er über die Runden kommt.
Wie auch Mari, die Dame aus dem Hotel in Arequipa, betont auch er die Wichtigkeit von Bildung und Ausbildung. Doch viele Familien sind arm und können ihren Kindern den Schulbesuch über die 11-jährige Pflichtschule (6 Jahre Grundstufe und 5 Jahre Sekundarstufe) hinaus nicht finanzieren, in ländlichen Gegenden nicht einmal bis 16 Jahre. Doch die Arbeitslosigkeit ist hoch, Junge haben es schwer, sich auf eigene Beine zu stellen und bleiben daher lange in der Familie.
Die wirtschaftlichen Hauptsektoren in Peru sind Landwirtschaft, Industrie und Fremdenverkehr. Wie ich selbst bei unserer Fahrt durch Cusco sehen konnte, boomt die Bauwirtschaft. Aber auch der Handel spielt eine große Rolle. Die Dichte an kleinen Läden, Esslokalen und Straßenständen ist sehr groß.
Die beliebtesten Freizeitvergnügungen der Jugendlichen sind, so sagt Kevin, Sport, insbesondere Fußball, Computerspiele und Diskothekenbesuche bzw. Veranstaltungen in diversen Jugendzentren.




