Helena

Im „Vistadome“-Zug von Peru Rail
Die Rückfahrt von Aguas Calientes machte ich im „Vistadome“, dem luxuriösen Paoramazug von Peru Rail. Das hatte ich zwar nicht vorgehabt, aber es gelang mir, ein Ticket zum halben Preis zu ergattern und so bezahlte ich weniger, als für die Hinfahrt im einfachen „Expedition“-Waggon und kam noch in den Genuss einer köstlichen Jause und einer Modenschau.

Helena, eine 27jährige Physiotherapeutin aus Chile, saß im Zug zurück nach Ollantaytambo neben mir und sehr rasch kamen wir ins Gespräch.
Ich interessierte mich vor allem für das Leben der ganz normalen Menschen in diesem südamerikanischen Land und sie erzählte mir nicht nur über das duale System bei der Gesundheitsversorgung, sondern auch, dass Frauen in ihrem Land höhere Beiträge einzuzahlen hätten als Männer, wogegen sich in den letzten Jahren langsam Protest zu formieren begann.
Die FONASA, so heißt das öffentliche Krankenversicherungssystem, stellt eher nur eine Basisabdeckung der wichtigsten Leistungen für Bedürftige und Niedriglohn-Empfänger dar und Besserverdiener müssen zuzahlen.
Mit dem Panoramazug durch die Anden
Daneben gibt es private Versicherungsanbieter, ISAPRES genannt, bei denen die Höhe der Beiträge bzw der Umfang der Leistungen nach Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen variiert.
Da das öffentliche System vom Staat derzeit nur unzureichend unterstützt wird, kämpft es mit schweren Missständen wie Personalmangel, langen Wartezeiten und fehlender Infrastruktur. Wer es sich leisten kann, optiert daher für eine private Krankenversicherung. 
Doch viel lieber sprach Elena über ihre Heimatstadt in den Cordilleren, ihr Lieblingshobby Skifahren und die Reisen, die sie bereits im Rahmen von Erasmus gemacht hatte und in Zukunft zu machen gedachte. Die Zeit verging wie im Flug und am Schluss tauschten wir noch unsere Adressen aus. Chile ist zwar weit, aber man kann ja nie wissen …

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