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| Cusco, Plaza de Armas |
Als ich heute Früh mein Hotel verließ und die Calle Saphy zum Hauptplatz hinunterging, hörte ich schon von Weitem laute Stimmen, Lachen und Musik. Auf der Plaza de Armas war ein Podium aufgebaut, auf den Stufen der Kirche saßen Menschen in bunten Gewändern und aus den Seitengassen kamen immer weitere Besucher dazu.
Ich erfuhr, dass heute ein wichtiger Marienfeiertag war, der mit einer Messe in der Kathedrale und anschließend mit einem Umzug verschiedener Trachtengruppen gefeiert werden sollte.
Aus einigen Ecken war jetzt schon fröhliche Musik zu hören, Kinder liefen herum, lachten und quietschten vor Freude und zwischen den vielen Menschen tauchten bereits die ersten Masken auf.
Sie trugen bunt gemusterte Kostüme, die mich sofort an den Karnevalsumzug im österreichischen Bad Aussee denken ließen, den ich ein oder zwei Mal erleben hatte dürfen. Dort heißen sie „Flinserln“. Welchen Namen diese Masken hier in Cusco tragen, könnte ich leider nicht herausfinden, aber die Ähnlichkeit war verblüffend.
Die Kirchenglocken begannen zu läuten und aus dem Inneren der Kathedrale ertönte Orgelmusik. Ich folgte den anderen Menschen und ergatterte drinnen noch einen Sitzplatz auf den Stufen im Zentrum des Mittelschiffs hinter den Sitzreihen, aber mit sehr guter Sicht auf den Altar.
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| Messe in der Kathedrale von Cusco |
Die Messe in spanischer Sprache mit wenigen Sätzen auf Quechua war extrem konservativ und bestand – bezugnehmend auf die jüngsten feministischen Protestbewegungen im Land – größtenteils aus wiederholten Ermahnungen an die anwesenden Frauen, sich in ihr gottgewolltes Schicksal zu fügen und den traditionellen Aufgaben in der Familie gerecht zu werden.
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| Virgen del Rosario |
Nach der Messe, die gut eine Stunde dauerte, strömten alle erleichtert ins Freie und es begann der Umzug der verschiedenen Masken- und Trachtengruppen ausgehend vom Hauptplatz durch verschiedene Viertel der Stadt, eine Mischung aus Karneval, Perchtenlauf und Life Ball.





