Lima – Callao

Avenida Elmer Faucett in Callao

Das Taxi vom Busterminal zu meinem Hotel in Callao, in der Nähe des Flughafens von Lima ist nicht gerade billig. 65 Soles möchte der Fahrer bis dorthin, doch es gelingt mir, ihn auf 50 herunter zu handeln.
B&B Wasi Aeropuerto
Die Fahrt ist tatsächlich lang. Erst nach etwa 30 Minuten erreichen wir das B & B Wasi Aeroporto in einem ziemlich tristen Vorort von Lima. Das Hotel ist jedoch innen sehr nett und gemütlich, mein Zimmer geräumig und sauber.
Über Callao habe ich nicht viel Gutes gehört – 6 Morde pro Nacht sollen hier an der Tagesordnung sein – daher wage ich mich zunächst nur recht vorsichtig aus dem Haus. Aber ich habe zu Mittag nichts gegessen und jetzt ist bereits später Nachmittag.
Seitenstraße in Callao
Die wenigen Lokale wirken nicht sehr einladend und die meisten Läden sind geschlossen. Endlich entdecke ich ein kleines Geschäft, wo eine alte Dame Getränke verkauft, doch sie kann meinen 20 Soles-Schein nicht wechseln und so muss ich weitersuchen.
In einer Seitengasse finde ich endlich ein offenes Lebensmittelgeschäft. Die Inhaberin ist recht unfreundlich und misstrauisch, aber um 11 Soles bekomme ich hier alles, was ich brauche: Brot, frischen Käse, Joghurt, Kekse, Wasser und eine kleine Flasche dunkles Cusceño.
CD Satélite Santa Rosa, Callao
Zurück in meiner Pension genieße ich mein Abendessen, checke meine Mails, schreibe ein paar WhatsApp und schlafe dann recht zeitig erschöpft ein. Es waren doch zwei lange Tage und im Bus habe ich nicht mehr als drei Stunden geschlafen.

Pisac

 

Bauernmarkt in Písac
Den Abfahrpunkt des Minibus Colectivo nach Pisac zu finden, war kein leichtes Ubterfangen und ich ging grob geschätzt etwa eine Stunde im Kreis bzw wurde von boshaften Männern im Kreis geschickt, möglicherweise weil sie es selbst nicht wussten und als echte Machos vor mir nicht dumm dastehen wollten.
Endlich traf ich auf einen älteren, seriösen Herrn vom Typ Antonio Alcantara aus der Serie „Cuéntame como pasó….“, der mir die richtige Richtung zur Calle Puputi zeigte. Einmal musste ich trotzdem noch nachfragen, aber dann saß ich im Bus.
Über das Schamanendorf Huayllarcocha, vorbei an den Ruinen von Tambomachay und Puka Pukara, und durch das Städtchen C’orao geht es recht zügig nach Písac. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde und kostet 4 Soles.
Rio Urubamba in Pisac
Písac liegt am Anfang des Urubamba-Tals, am gleichnamigen Fluss, auf ca. 3000 m Höhe.
Der Fahrer setzt uns auf einem Parkplatz bei der Brücke von Písac ab und nachdem ich diese überquert habe, brauche ich nur den anderen Menschen zu folgen und lande auch schon mitten im Getümmel des Sonntagsmarkts.
Sonntagsmarkt in Písac
Der Kunstgewerbemarkt in Písac ist ziemlich touristisch und die Preise sind höher, als in Cusco oder Lima, aber es gibt viel zu sehen und zudem einen Archäologiepark zu besichtigen, den „Heiligen Bezirk“ der Inkas, ähnlich wie in Ollantaytambo. Die größte Sehenswüdigkeit hier ist der Intihuatana, ein großer Felsen, von dem die Inka glaubten, an ihm wäre die Sonne angebunden.
Blick auf Pisac

Nach einem Rundgang durch den Kunstgewerbemarkt, der sich auch durch die engen Gassen Písacs zieht, landete ich auf dem lokalen Mercado, also der ganz normalen Markthalle, wo die Einwohner ihre täglichen Einkäufe erledigen.
Café tradicional in der Markthalle von Pisac
Hier trank ich erstmal einen guten peruanischen „café tradicional“ (1 Sol) und aß ein Avocado-Brötchen (2,5 Soles). Und hier fand ich auch das, wonach ich schon seit ein paar Tagen gesucht hatte: Eines dieser wunderschönen, großen dicken Baumwolltücher, worin Peruanerinnen ihre Kinder auf dem Rücken tragen und die sie auch als Tragetasche für Lebensmittel, selbstgemachte Handarbeiten oder Kofferersatz verwenden. Fertig gesäumt und aus hervorragender Qualität kam mich ein solches Tuch hier auf 30 Soles, ein Preis, für den man auf den Kunsthandwerksmärkten höchstens ein Tuch aus Synthetikmaterial bekommt.
Iglésia de Písac: Die Sonntagsmesse war auf Quechua
Nun wollte ich aber zum berühmten Intihuatana. Ich ging zurück zum Eingang des Archäologieparks, wofür ich eine Menge Stufen hochsteigen musste, doch kaum dort angekommen, begann es plötzlich zu donnern.
Aufstieg zum Intihuatana
So machte ich nur noch rasch ein paar Fotos und ging dann zurück zum Parkplatz, um nach Cusco zurück zu fahren. Dort schien die Sonne und es stellte sich heraus, dass die Bushaltestelle „Puputi“ eigentlich nur 10 Minuten zu Fuß von der Avenida del Sol entfernt war. 
Haltestelle der Sammeltaxis in Písac

Nachtbus Cusco – Lima

Heute steht meine letzte Busfahrt an, und diese ist zugleich die längste. 1100 km bzw. 21 Stunden von Cusco bis nach Lima, wobei der Bus der Linie Cruz del Sur die Anden überquert, um Zeit zu sparen.
Eine schwierige und zugleich gefährliche Strecke, doch ich vertraue auf die Erfahrung der beiden Lenker, die einander alle vier Stunden ablösen werden. So sieht es das Gesetz hier vor. Bei Tagfahrten sind es fünf Stunden.
Bequeme Liegesitze im Bus von Cruz del Sur
Eine so lange Busfahrt mit vielen Kurven und Serpentinen stellt jedoch auch eine große Herausforderung für mich selbst dar, und ohne die eine oder andere Pille hätte ich es nicht geschafft, denn ich leide schon seit meiner Kindheit an Übelkeit beim Auto- und Busfahren.
Das Abendessen ist im Gegensatz zu der letzten Fahrt wirklich gut: Eine kleine Pastete, Rindfleisch mit Spaghetti und als Nachspeise ein Stück Torte. Dazu trinke ich Anistee und irgendwann gegen 23 Uhr gelingt es mir einzuschlafen.
Durch das Abbremsen in den steilen Kurven und das Wackeln des Busses wache ich immer wieder auf, schlafe aber rasch wieder ein.
Hohe Felswände links und rechts der Fahrbahn
Als ich schließlich zu meiner gewohnten Zeit, gegen sechs Uhr aufwache und auf mein Handy blicke, sehe ich, dass wir uns an einem der gefährlichsten Teile der Strecke befinden: Die Straße führt nämlich durch einen engen Korridor. Links und rechts der Fahrbahn ragen Höhe Felswände empor und es besteht ein Funkloch. Weit und breit ist kein Dorf oder menschliches Leben in Sicht.
Mit dem Bus durchs Hochgebirge
Diese Situation haben sich schon mehrfach kriminelle Banden zunutze gemacht, Reisebusse durch Felsen auf der Fahrbahn zum Anhalten gezwungen und anschließend (manches Mal auch mit Hilfe eines unter die Passagiere eingeschleusten Komplizen) die Passagiere ausgeraubt. In engen Serpentinen geht es abwärts. Insgesamt gilt es, ein Gefälle von 4000 m zu überwinden, denn Lima liegt ja direkt am Meer.
Kurven über Kurven …
Gegen 8 Uhr fahren wir an einer Reihe von Minen vorbei #. Wir sind jetzt bereits viel tiefer, die Landschaft wird etwas grüner und man sieht vereinzelte Häuser. Bald danach erreichen wir Nazca, die für ihre Geo? bekannte Stadt und  auch Region.
Beim Busterminal von Nazca halten wir etwa 10 Minuten an, um Passagiere ein- und aussteigen zu lassen, anschließend gibt es Frühstück.
Frühstück im Bus 

Das Frühstück erweist sich als etwas kohlenhydratlastig (ein Brötchen mit einer Scheibe Wurst, eine Magdalena und ein Quinoa-Riegel), aber immer noch besser als heutzutage auf den meisten Flügen. 
Bei den Getränken kann man zwischen Kaffee, Wasser Coca-  Anis- und Kamillentee wählen. Der Konsum von Alkohol ist im Bus übrigens generell verboten.
Wir kommen am Museo Maria Reiche in San José vorbei. Das war die deutsche Naturwissenschafterin, die ihr gesamtes Leben der Erforschung und Erhaltung der Nazca-Linien gewidmet hat und ich hätte es mir sehr gerne angesehen. Aber dazu ist jetzt leider keine Zeit …
Vorübergehend wird die Gegend etwas grüner, doch bald ähnelt sie wieder einer Mondlandschaft, doch zum Glück haben wir das Gebirge und die vielen Kurven hinter uns gebracht, und die Straße verläuft jetzt schnurgerade
Via Libre: Quer durch die Mondlandschaft
Kurz danach erreichen wir den Bezirk Ica und um 10 h 30 die gleichnamige Großstadt. 
Diese liegt mitten in der Sandwüste und hat außer Industrie nicht allzu viel zu bieten. Hier ist es sehr heiß. Die Sonne brennt regelrecht vom Himmel und ich vermisse die klare Gebirgsluft im Urubamba-Tal.
Obsthändler am Straßenrand in Ica
Entgegen meinen Befürchtungen habe ich auch heute im Bus – zwar mit einigen Unterbrechungen – recht gut geschlafen und fühle mich fit.  An den Weingärten links und rechts der Fahrbahn merke ich, dass wir jetzt im Bezirk Pisco sind.
Wir fahren jetzt entlang der Pazifikküste und schwere dunkle Wolken am Himmel deuten auf hohe Luftfeuchtigkeit und ein mögliches Gewitter hin. Diesen Himmel kenne ich aus Lima, wo ich vor drei Wochen angekommen bin, aber auch aus Italien, wo ich als Kind immer den Sommer verbrachte, und er verheißt nichts Gutes.
Doch ich täusche mich und in Lima ist es zwar kühler als in Cusco, aber es regnet zum Glück nicht.
Der Bus kommt pünktlich beim Terminal an, alle meine Gepäckstücke sind noch vorhanden und ich muss nur noch ein Taxi zum Hotel nehmen…

Souvenirs, souvenirs… (1)

Alpaca Shop in Huayllarcocha, in der Nähe von Cusco

In den Geschäften, auf den Märkten und in den Straßen Perus gibt es so viele schöne Dinge zu kaufen, dass die Auswahl wirklich schwer fällt. Typische Souvenirs sind Decken, Ponchos Pullover, Jacken, Mützen oder Handschuhe aus bunter Alpaca-Wolle, die es in drei unterschiedlichen Qualitäten zu kaufen gibt: Aus Baby-Alpaca (von der ersten Schur des etwa einjährigen Alpacas), aus „normalem“ Alpaca von der zweiten oder dritten Schur und aus einem Mischgewebe.
Ponchos und Pullover in bunten Farben
Für eines der edlen Stücke aus echtem Baby-Alpaca muss man damit rechnen, ein paar hundert Dollar hinzulegen und um sicher zu gehen, dass es sich wirklich um echtes Alpaca handelt, empfiehlt es sich, in eines der spezialisierten Geschäfte in Cusco zu gehen. Auf Märkten und in Souvenirläden bekommt man – trotz gegenteiliger Behauptungen – nämlich nur die Billigversion.
Auch schön und warm: Pullover aus Mischgewebe
Hier liegen die Preise zwischen 40 und 50 Soles für einen Pullover. Die Sachen sind trotzdem hübsch und als Kälteschutz in den Anden durchaus geeignet. Man erzählte mir allerdings, dass man beim Waschen sehr vorsichtig vorgehen muss, da die Sachen sonst eingehen. Bei 40 Soles kann man dieses Risiko meiner Meinung nach aber eingehen.
Inka Market in Lima Miraflorres
Auch bei Silberschmuck, den man überall in Form von Anhängern, Ketten, Ringen, Armreifen oder Ohrhängern bekommt, unterscheidet man drei Qualitäten: Das „normale“, teurere 925er Silber, wie es bei uns üblich ist, das billigere Alpaka- oder Neusilber, eine  eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung mit  silberähnlichem Aussehen und versilbertes Messing, die billigste Version, die aber oft „am schönsten“ glänzt… 
Mercado de artesania, Plaza Sta Teresa, Cusco

(Fortsetzung folgt)

Packliste Neu, Herbst/Winter

Für alle, die eine ähnliche Reise wie ich mit vielen Busfahrten, Stopps und Wanderungen planen, habe ich aufgrund meiner Erfahrungen eine neu angepasste Packliste erstellt:
Rucksack 40 – 70 Liter oder mittelgroßer Trolley
Packsystem
Tagesrucksack
Trekkingschuhe
Sportschuhe
Flip-flops
Leichte Steppjacke
Fleecejacke
Shirts, kurzärmelig, 5-7 Stk
2 Hosen
1 x Jogginghose oder Leggings
1 leichter Pulli
Kopfbedeckung (Schutz vor Sonne und gegen Kälte)
Unterwäsche und Socken für ca. 1 Woche
Nachtbekleidung
Sonnenbrille, (Brille)
Sonnencreme und Sunblocker für die Lippen
Persönliche Toilettartikel und Medikamente nach Bedarf
Smartphone mit Ladegerät
Adapter für amerikanische Steckdosen
evtl. Powerbank u. sonstige Technik
2 Geldbörsen (für Landeswährung und US$)
Kreditkarte
Reiseunterlagen
Internationaler Impfpass (falls Weiterreise nach Bolivien geplant)
Kugelschreiber
Optional:
Faltbare Trekkingstöcke
Thermosflasche
Leichte Decke
Frischhaltedose
Camping Becher + – besteck
Insektenspray
Badesachen
Am besten dort kaufen:
Medikamente gegen Höhenkrankheit
Peru ist ein armes und für Europäer preisgünstiges Land. Es lohnt sich daher, eher wenig auf die Reise mitzunehmen und vor Ort einzukaufen, nicht zuletzt um die Menschen ein wenig zu unterstützen.

Frau sein in Peru

„Der Mann ist das Haupt der Familie“ heißt es auch im 21. Jahrhundert noch in Peru, doch es sind die Frauen, die das Rückgrad der peruanischen Gesellschaft bilden und nur dank ihnen kann das Volk in einem Land, in dem es keinerlei soziale Absicherung gibt überleben.
Ein Nomadenleben um schlecht und recht zu überleben
Die peruanischen Frauen arbeiten schwer. Was das bedeutet, ist für uns Europäerinnen fast unvorstellbar, ohne es mit eigenen Augen gesehen und mit einigen von ihnen gesprochen zu haben.
Mit ihren Kleinkindern in bunten Tüchern am Rücken kommen diese Frauen aus ihren Dörfern in die Stadt, um hier ihre in mühevoller Heimarbeit hergestellten Handarbeiten an die Händler auf den Kunsthandwerksmärkten zu verkaufen.
Wandbild am Kunsthandwerksmarkt in Cusco
Sie sitzen stundenlang auf den Straßen, bieten Kräuter, Kartoffeln oder Gemüse aus ihren Gärten an, kochen Suppe, Eintopf oder Maiskolben, verkaufen Kaffee und Chicha morada, Eis und Churros. Und das ist nicht alles, denn außerdem hat noch jede dieser Frauen eine Strickarbeit dabei …

Wer Glück hat und einen kommunalen Job als Straßenkehrerin sein Eigen nennen darf, ist bereits privilegiert. 
Straßenhändlerin in cusco
Ich hatte das Glück, mich mit einigen peruanischen Frauen über ihre Situation unterhalten zu können, und sie alle sagten mir dasselbe: Die Armut im Land ist groß und viele Mädchen können nur die Grundschule besuchen.
Sehr frühe Schwangerschaften, oft schon mit 12 – 14 Jahren sind keine Seltenheit, denn es fehlt an Aufklärung. Die daraus resultierenden Kinder, sehr häufig unerwünscht, werden vernachlässigt oder weg gegeben. Viele Familien leben in bei uns völlig unvorstellbaren Zuständen.
Gesundheitszentrum in Callao: Bildung und Aufklärung
Wie ich selbst erleben durfte, beginnen die Peruanerinnen langsam, sich ihres eigenen Wertes in der traditionell katholisch geprägten Macho-Gesellschaft bewusst zu werden und gegen Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Ausbeutung aufzustehen.
Demonstration gegen Frauenhandel in Cusco
Erst vergangenen Samstag wurde ich in Cusco Zeugin einer Demonstration gegen Gewalt an Frauen und gestern fand am Hauptplatz eine Veranstaltung gegen Ausbeutung von Frauen und Kindern statt, im Speziellen gegen Frauenhandel, sexualisierte Gewalt an Frauen und Kindern sowie in Abhängigkeitsverhältnissen.

Dass dies der katholischen Kirche Perus nicht ins Konzept passt, ist klar und wurde mir beim sonntäglichen Hochamt in der Kathedrale von Cusco bestätigt, wo der Priester etwa eine halbe Stunde nur darüber predigte, dass der Platz der Frau in der Familie und ihre Hauptaufgabe die der Fortpflanzung sei.

Frauen in traditioneller peruanischer Tracht beim Kirchgang

Was braucht man wirklich in Peru

Mich an meiner Packliste für Kuba zu orientieren bzw. mir die Listen, die andere ins Internet stellten, als Richtlinie zu nehmen, erwies sich letztlich als keine besonders gute Idee. Ich hatte zu viel an unbrauchbarer Kleidung mit und mir fehlten einige wichtige Dinge.
Was ich zukaufen musste war:
Eine leichte Fließdecke für die Busfahrten (bei Nachtfahrten bekommt man bei Cruz del Sur zwar eine, diese aber ist zu wenig)
Preis bei „Metro“, einer Supermarktkette, bei der ich in den Städten öfter einkaufte: 8 Soles
Ein paar feste Trekking-Schuhe (auf den Märkten, wo die Einheimischen einkaufen, bekommt man diese allerdings extrem günstig und ich bin mit meinem peruanischen Modell um 72 Soles sehr zufrieden)
Ein warmer Wollpullover (das hatte ich aber sowieso vor gehabt) Preis: 40 Soles
Eine Thermosflasche für Tee: Eine sehr schöne, handliche Aluflasche mit integriertem Becher samt Hülle bekam ich für nur 25 Soles)
Einen Tagesrucksack, aber das nur, weil der Träger meines Cityrucksacks ausriss und ich vorerst keinen Schuster fand, der mir das reparierte. Preis auf dem Markt: 35 Soles
Außerdem kaufte ich mir eine dieser bequemen gestreiften Leinenhosen aus Ecuador, die einfach ideal sind. Sie sitzen locker, haben 4 Taschen und einen Gummibund und man schwitzt darin nicht (Preis: 25 Soles)
In diesem Zusammenhang rate ich dazu, möglichst nur Baumwoll- oder Leinenshirts mitzunehmen, damit schwitzt man weniger als in der derzeit so beliebten Funktionskleidung.
Wäsche waschen lassen ist in Peru extrem billig (zwischen 1 und 6 Soles pro Kilo, in zwei Unterkünften war es sogar gratis). Mehr als 5 oder 6 kurzärmelige Shirts, 2 – 3 Hosen und Unterwäsche für 5 Tage mitzunehmen, halte ich daher für überflüssig.
Auch richtige Sommerkleidung ist in dieser Jahreszeit, vor allem in den Anden, unsinnig und meine Sandalen schleppte ich praktisch umsonst mit.
Außerdem kann man in Peru extrem gut shoppen und da lohnt es sich, Platz im Rucksack oder Trolley frei zu halten.
Außerdem wichtig:
Adapter für amerikanische Steckdosen
Sonnenhut (bekommt man hier aber auch sehr günstig)
Regenponcho für Regen bei Ausflügen oder Trekking Touren (die billigen, die man bei Festivals gratis bekommt, reichen und meinen habe ich bei der Abreise dort gelassen)
Softshell oder Halbdaunenjacke, denn auf 4000 – 6000 m kann es abends sehr kalt werden
Sonnenschutz und Sun blocker für die Lippen fürs Hochgebirge (50). Die Sonne ist auf 4000 m sehr stark und selbst bei bedecktem Himmel kann man sich einen Sonnenbrand holen
Praktisch:
Frischhaltedose für Proviant
eventuell faltbare Trekkingstöcke für Gebirgstouren

Einkaufen in Peru

Einkaufszenrum Larcomar in Lima-Miraflores

Grundsätzlich gibt es in Peru alles, woran wir in Europa gewöhnt sind. Wer eine Reise in dieses Land unternimmt, braucht daher keine Angst zu haben, irgend etwas Wichtiges nicht zu bekommen, und die Preise in Supermärkten wie Metro oder Tottus sind in etwa die gleichen wie bei uns.

Mercado la Merced, Lima
In den größeren Städten findet man Einkaufszentren, Supermärkte, Bauernmärkte und jede Menge kleinerer Läden an jeder Ecke. Auch Apotheken gibt es hier sprichwörtlich wie Sand am Meer.
Die kleineren Orte haben ebenfalls ihren Markt und diverse Tante Emma-Läden. Das Sortiment ist dort nicht ganz so groß, aber für Selbstversorger bzw. für Artikel des täglichen Bedarfs reicht es allemal.
Mercado San José, Cusco
Am günstigsten ist es, auf einem der vielen Märkte einzukaufen, denn hier findet man das größte Angebot an frischen Waren zu sehr guten Preisen.
Frisch gekocht: Mercado San José (Cusco)
Auf allen Märkten wird auch gekocht und man bekommt hier frisch zubereitetes Essen – oft sogar vegan – um ganz kleines Geld.
Straßenhändler auf den Stufen von S. Francisco, Arequipa

Was Souvenirs betrifft, so muss man wissen, dass die meisten der auf den Kunsthandwerksmärkten oder in einschlägigen Geschäften angebotenen Waren von Menschen aus den Dörfern in Heimarbeit hergestellt werden.
Mercado artesanal del Fundo El Fierro, Arequipa
Diese kommen mit ihren handgestrickten Pullovern, den geknüpften Gürteln oder Ketten, den handgefertigten Ringen usw. zu den Kaufleuten und hoffen, dass diese ihnen ihre Ware abnehmen. Die Konkurrenz ist groß und natürlich wollen die Händler ebenfalls etwas verdienen… so arbeiten viele dieser Frauen und Männer tatsächlich für einen Hungerlohn.
Mercado de Abastos, Ollantaytambo
Es ist also einen Versuch wert, diesen Leuten, die zumeist in den Straßen vor den Märkten sitzen, direkt ihre Ware abzukaufen. Ambulanter Handel, sprich Straßenverkauf ist in Peru zwar verboten, aber das nehmen nicht einmal die Polizisten ernst, die direkt daneben patrouillieren.
Frische Fruchtsäfte vor dem Eingang zum Markt in Ollantaytambo
Was muss man noch wissen:
In den größeren Städten sind bestimmten Gewerben oder Gütern Straßenzüge zugeordnet: So gibt es zB in Lima eine Straße nur mit Elektronik-Shops, in einer anderen wird ausschließlich Ärztebedarf verkauft, in einer dritten findet man eine Autowerkstatt neben der anderen.
In dieser Gasse in Lima gibt es ausschließlich Zahnarztbedarf
Ähnlich ist es auch auf den großen Märkten: Alles hat seine Ordnung…
Und noch eines zum Schluss: Handeln geht immer…

Volksfest in Cusco

Cusco, Plaza de Armas

Als ich heute Früh mein Hotel verließ und die Calle Saphy zum Hauptplatz hinunterging, hörte ich schon von Weitem laute Stimmen, Lachen und Musik. Auf der Plaza de Armas war ein Podium aufgebaut, auf den Stufen der Kirche saßen Menschen in bunten Gewändern und aus den Seitengassen kamen immer weitere Besucher dazu.

Ich erfuhr, dass heute ein wichtiger Marienfeiertag war, der mit einer Messe in der Kathedrale und anschließend mit einem Umzug verschiedener Trachtengruppen gefeiert werden sollte.

Aus einigen Ecken war jetzt schon fröhliche Musik zu hören, Kinder liefen herum, lachten und quietschten vor Freude und zwischen den vielen Menschen tauchten bereits die ersten Masken auf.
Sie trugen bunt gemusterte Kostüme, die mich sofort an den Karnevalsumzug im österreichischen Bad Aussee denken ließen, den ich ein oder zwei Mal erleben hatte dürfen. Dort heißen sie „Flinserln“. Welchen Namen diese Masken hier in Cusco tragen, könnte ich leider nicht herausfinden, aber die Ähnlichkeit war verblüffend.
Die Kirchenglocken begannen zu läuten und aus dem Inneren der Kathedrale ertönte Orgelmusik. Ich folgte den anderen Menschen und ergatterte drinnen noch einen Sitzplatz auf den Stufen im Zentrum des Mittelschiffs hinter den Sitzreihen, aber mit sehr guter Sicht auf den Altar.
Messe in der Kathedrale von Cusco
Die Messe in spanischer Sprache mit wenigen Sätzen auf Quechua war extrem konservativ und bestand – bezugnehmend auf die jüngsten feministischen Protestbewegungen im Land – größtenteils aus wiederholten Ermahnungen an die anwesenden Frauen, sich in ihr gottgewolltes Schicksal zu fügen und den traditionellen Aufgaben in der Familie gerecht zu werden.
Virgen del Rosario
Nach der Messe, die gut eine Stunde dauerte, strömten alle erleichtert ins Freie und es begann der Umzug der verschiedenen Masken- und Trachtengruppen ausgehend vom Hauptplatz durch verschiedene Viertel der Stadt, eine Mischung aus Karneval, Perchtenlauf und Life Ball. 

Ein paar Worte zur Höhenkrankheit

Tee aus getrockneten Coca-Blättern

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Höhenkrankheit bekam ich in Peru zum Glück nicht. Weder unterwegs, noch in Arequipa, in Cusco beim vielen Stiegensteigen, denn in der Stadt geht es ständig bergauf und bergab, noch bei dem Ausflug zu dem Schamanen in einem Dorf auf 3860 m Höhe, noch sonst irgendwann.

Coca-Zeremonie
Die Krankheit manifestiert sich mit Kopfschmerzen, Schwindel und Kurzatmigkeit. Doch keine Angst, die Hotels, Kliniken und Apotheken sind darauf bestens vorbereitet und auch bei Exkursionen zB zur Lagune Humanatay (4600 m), zum Rainbow Mountain (5000 m) oder zum Colca Canyon (auf der Anreise sind Pässe Bus zu 6000 m zu überwinden) haben die Organisatoren zumeist Sauerstoff dabei.
Coca-Likör zur Stärkung auf der Fahrt nach Sacsayhuaman
Ob es daran liegt, dass ich auf meiner Rundreise durch Peru die Höhe langsam gesteigert habe (Lima – Paracas – Huacachina – Arequipa – Ollantaytambo – Machu Picchu – Cusco) oder am Mate Tee und den Coca-Blättern und Bonbons, die ich regelmäßig konsumierte, kann ich nicht sagen.
Pillen gegen die Höhenkrankheit
Für den Fall der Fälle hatte ich jedoch sogenannte Soroche Pills bei mir. Die gibt es in Peru ohne Verschreibung für kleines Geld in jeder Apotheke (und Apotheken gibt es hier wie Sand am Meer).
In den Hotels in höheren Lagen gibt es auch immer kostenlos Mate Tee, zumeist Mate de Coca, aber auch Mate de Maca.
Caramelos de Coca aus dem Supermarkt
Und in jedem Kiosk, Supermarkt oder Souvenirladen kann man Coca Bonbons in den verschiedensten Ausführungen kaufen. Im Supermarkt gibt es Coca-Tee in ganz normalen Teebeuteln und sogar Coca-Mehl und Coca-Marmelade habe ich schon gesehen.
Mate de Coca zum Frühstück im Hotel
Während der gesamten Dauer meiner Reise habe ich keinerlei Nebenwirkungen gespürt. Ganz im Gegenteil, ich fühle mich wohl, bin voll Energie, schlafe aber auch gut. Umso seltsamer finde ich es, dass man Coca-Produkte nicht in unser Land einführen darf – weder als Teebeutel, noch als Bonbons, von den getrockneten Blättern ganz zu schweigen… Würden die Pharmakonzerne dann vielleicht weniger Umsätze machen?
Coca-Blätter zum Kauen

Maca hingegen scheint meiner Recherche nach auch bei uns erlaubt zu sein. Es wirkt blutdrucksenkend und gegen Depressionen und hat noch viele andere positive Eigenschaften. Nicht zuletzt trägt es auch den Beinamen „Peruanisches Ginseng“…
Coca-Marmelade
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