Essen und Trinken

Arroz a la Cubana in einem Restaurant in Trinidad

Die Grundpfeiler der kubanischen Ernährung sind sehr viel Obst und Gemüse, Fleisch, Eier und Reis.

Reich gedeckter Frühstückstisch in Viñales

Zum Frühstück bekam ich in allen Casas frisches Obst (Papayas, Guaven, Bananen, Melonen, Ananas und was die karibische Insel sonst noch an Früchten hergibt), frisch gepresste Obstsäfte, Eier (als Spiegelei, Eierspeise oder Omelette), Brötchen oder Weißbrot mit Wurst und Käse, oft auch Tomaten und Gurken, Kaffee und manchmal auch Tee. Das Frühstücksbuffet im Hotel war eher amerikanisch, außerdem gab es dort auch Croissants und andere süßes Gebäck.

Kubanische Pizza und deutsches Bier

Nach einem so üppigen Mahl am Morgen war das Mittagessen für mich eher nebensächlich oder ich kaufte mir am Nachmittag eine Kleinigkeit, die dann auch als Abendessen zu verstehen war. In Havanna waren das zumeist getoastete Brötchen mit Wurst, Käse und Salat, in Viñales Reisgerichte, in Cienfuegos Gegrilltes, in Trinidad Pizza oder ein anderes landestypisches Gericht.

Fleisch mit Reis und Kürbispüree

Reisgericht in Cienfuegos: Muy rico!

So richtig zu Abend gegessen habe ich eigentlich nur in meinem Hotel in Varadero, da ich All inclusive gebucht hatte. Es gab immer ein Antipastibuffet, Suppe, Fisch, Fleisch mit Gemüse (Kürbis, Süßkartoffeln, Kohl, Mais …), Salat und Reis als Beilage und als Nachspeise diverse Kuchen, Obst und Eis. Zugenommen habe ich trotzdem nicht.

Köstlich: Reis mit Huhn und Paprikaschoten in Viñales

Meine Lieblingsgerichte waren Reis mit Huhn und Gemüse, Schweinfleisch in süßsaurer Soße, Pan con Lechón (ein mit warmem, zerkleinertem Schweinefleisch gefülltes Brötchen), das köstliche Süßkartoffelpüree und Jugo de fruta bomba (frisch gepresster Saft aus Papayas).

Kubanischer Kaffee mit Roscas

An Getränken gibt es in Kuba praktisch alles, was wir auch hier bekommen. Leitungswasser ist nicht genießbar, in den Privathaushalten und Hotels wird es abgekocht und/oder gefiltert und kann dann getrunken oder in Flaschen mitgenommen werden. Sicherer ist es, in Flaschen abgefülltes Wasser zu trinken (die Preise für eine 1,5 Liter-Flasche schwanken zwischen 0,70 und 1,90 CUC je nach Standort des Geschäfts, es gibt aber auch 5 Liter-Kanister). An alkoholfreien Getränken gab es Orangen- und Zitronenlimonade, Tonic Water und tuKola (eine Kopie des amerikanischen Coca Cola,die unter der Marke „Ciego Montero“ vom Staatsbetrieb „Los Portales S.A.“hergestellt wird wie auch die anderen Softdrinks.

tuCola, genauso gut wie das Original

Das kubanische Bier „Cristal“ ist für unseren Geschmack eher leicht und wässrig, die Sorte „Bucanero fuerte“ (Richtpreis ca. 1/1,5 CUC pro Dose) schmeckte mir jedoch sehr gut. Weiters gab es in einigen Lokalen auch Heineken, allerdings um ein Vielfaches teurer. Auch Wein habe ich hin und wieder getrunken, dieser kam allerdings aus Spanien.

Spieß mit Schweinefleisch, Paprika und Ananas, dazu ein kühles „Cristal“

Mein absolutes Lieblingsgetränk war allerdings die „Piña colada“, die ich mir abends gerne als Gute Nacht-Drink gönnte. Es gibt sie mit und ohne Rum, ebenso wie viele andere Cocktails. Beim legendären Mojito kam es eindeutig auf das jeweilige Lokal an. Oft ist er stark verwässert und man müsste sicher mehrere davon trinken, um eine Wirkung zu spüren. Das gilt auch für den Cuba libre, den Longdrink aus Cola und Rum.

Mojito – mehr Eis als Rum

Rum und andere alkoholische Getränke, ebenso wie Wasser, Fruchtsäfte, Kaffee und eine kleine Auswahl an Konserven erhält man gegen CUC in den Supermärkten der Kette „Panamericana“. Man muss zumeist, wie auch in anderen größeren Läden und Einkaufszentrum, seine Tasche am Eingang bei der Guarda Bolsa (Aufbewahrung) abgeben und darf nur sein Portemonnaie mit hinein nehmen. Diskutieren bringt nichts, in Kuba ist das Usus und wird nicht hinterfragt.

Panamericana-Filiale in Havanna

Reise ins Unbekannte: Von Wien nach Havanna

Mit Air France von Paris nach Havanna
Nach einem langen Flug mit Zwischenstopp in Paris bin ich gut in Havanna angekommen und ruhe mich von der langen Reise aus.
Dass in Wien in der Nacht von vorgestern auf gestern ganz plötzlich der Winter ausbrechen und der Flugverkehr stark betroffen sein würde, konnte man vorher nicht wissen und so wurde die ganze Angelegenheit etwas stressig, denn wir flogen erst mit über einer Stunde Verspätung von Wien ab nach Paris.
Winterliche Verhältnisse am Flughafen Wien-Schwechat
Der Pilot konnte auch nicht viel von der Zeit gut machen, und da der Flieger irgendwo weit weg vom Terminal landete und wir zunächst auf Busse warten mussten, wurde es in Paris so richtig spannend, auch da ich wusste, wie riesig der Charles de Gaulle-Flughafen ist.
Aber Ende gut, alles gut. Ich kam zum Gate, als das Boarding schon voll im Gange war, das war aber eher positiv bei der riesigen Maschine, denn ich ersparte mir dadurch eine lange Warteschlange.
Der Flug von Paris nach Havanna verlief ruhig und unspektakulär, das Service war hervorragend und das Essen ausgezeichnet und viel zu viel: Planters Punch zum Aperitif, Chablis zum Cassoulet mit Erdäpfel-Spinat Püree und Linsensalat, Camembert, Dessert, zwischendurch sogar Eis und eine Stunde vor der Landung noch einmal eine leichte Mahlzeit…
Auch in Havanna lief alles besser als erwartet. Die für die Einreise nach Cuba erforderliche Tourist Card hatte ich bereits in Wien bei Thomas Cook, gleich gegenüber dem Check-in Schalter von Air France bekommen. Bei der Immigration waren alle Schalter besetzt und trotz der vielen Fluggäste dauerte das Ganze keine 10 Minuten, genauso wie das Geld umwechseln am Automaten. 
In der Halle wollten mir einige junge Männer ein Taxi anbieten, ich ging aber nach draußen zum offiziellen Taxistandplatz und bekam sofort – und zu einem wirklich guten Preis (25 CUC), was ich wahrscheinlich meinem Outfit als Rucksacktouristin verdanke – eines der gelben Airport-Taxis.
Die Fahrt ins Zentrum durch das nächtliche Havanna vorbei an der Plaza de la Revolution dauerte etwa eine halbe Stunde und der Inhaber meiner Casa wartete bereits auf mich.
Simone – ein Italiener in Havanna

Von Vinales nach Cienfuegos

Früh morgens in Viñales

Um 6 Uhr Früh brachte mich der Besitzer meiner Casa in einem 35 Jahre alten Lada zum Busstopp. Hier musste ich wieder mein Gepäck einchecken und den Buchungsbeleg gegen einen anderen Computerausdruck eintauschen. Der vollklimatisierte Reisebus von Viazul fuhr pünktlich ab und es war drinnen zunächst ziemlich frisch. Aber ich hatte ja meinen Pulli dabei.

Zwischenstopp in einer Raststation an der Autobahn
Nach 3 Stunden gab es den ersten 15- minütigen, Zwischenstopp. Ich kaufte mir 3 Bananen, konnte das WC aufsuchen und mir ein wenig die Füße vertreten.
Kubanische Telenovela im Bus
Wir fuhren an Havanna vorbei, mussten kurz danach 2 Kühen ausweichen, die am Mittelstreifen seelenruhig grasten und der Chauffeur legte zu unserer Unterhaltung eine CD mit der Englisch untertitelten kubanischen Telenovela „Amanda, die Hellseherin“ ein, ein rührseliges Melodrama, das angeblich auf der wahren Lebensgeschichte einer Dame namens Martha Estévez beruhte.
Der Bus fuhr inzwischen auf der schnurgeraden Autobahn  weiter nach  Osten. Die Straße war fast völlig leer, nur ab und zu kam uns ein anderer Reisebus oder eine vereinzelte Pferdekutsche entgegen. Links und rechts der Strecke waren Kuhweiden, Wiesen, Laubwälder und Palmenhaine zu sehen, alles sehr schön grün.
Vorbei an dem Ort der ehemaligen Kommandantur von  Fidel im Kampf um Playa Giron stoppte der Bus ein weiteres Mal, um eine Gruppe von Radfahrern aussteigen zu lassen, und ich hatte ab da den Platz neben mir frei.

2. Zwischenstopp im Restaurante Pio Cua‘, Playa Larga

Kurz danach, gegen 12 Uhr 30, machten wir eine halbe Stunde Mittagspause in einem schönen, aber auch nicht ganz billigen Lokal, und dann ging es die letzten Kilometer entlang an Zuckerrohrfeldern nach Cienfuegos.

Ich gebe zu, dass ich vor der achtstündige  Busfahrt etwas Angst gehabt hatte, aber im vollklimatisierten Bus mit 2 Pausen zwischendurch war alles ganz einfach und bei Weitem nicht so anstrengend wie ich befürchtet hatte.
Im Haus der „Familia Cienfueguera“

Ankunft in Varadero

Der wunderschöne Sandstrand von Varadero

Von Vardero hatte ich mir ehrlich gesagt nicht besonders viel erwartet und war daher sehr positiv überrascht.

„Los Canejes“, Mercado de Artisanato

Ich war, wie bereits berichtet, mit Magen-Darm-Beschwerden einen Tag früher als geplant von Trnidad abgereist und bereits die Fahrt mit dem Taxi Colectivo über Matanzas war ein tolles Erlebnis. Die schöne Stadt Matanzas liegt in der gleichnamigen Bucht und ich habe mir vorgenommen, sie beim nächsten Mal unbedingt zu besuchen (denn ein nächstes Mal wird es auf jeden Fall geben und ich stelle mir vor, von Varadero aus den östlichen Teil der Insel zu bereisen).
Hotel Starfish Cuatro Palmas

Ich bekam ein schönes, großes Zimmer im Hotel Starfish Cuatro Palmas, auf der Avenida 1ra, direkt am Meer und in der meiner Ansicht nach besten Zone der Stadt. Hier gibt es eine sehr nette Ärztin, die mir anstatt des Breitbandantibiotikums, das ich von zu Hause mitgebracht hatte, ein spezifisches Medikament und dazu vor allem Papaya-Saft empfahl, und bereits am nächsten Tag war ich bereit dafür, die Halbinsel zu erkunden.

Öffentlicher Strand in Varadero

Das machte ich größtenteils zu Fuß, aber auch mit dem Hop-on Hop-off Bus, der einen um 5 CUC pro Tag überall hinbringt.

Gleich gegenüber von meinem Hotel gab es einige touristische Highlights: Die Casa del Ron, das Lokal „The Beatles“ und den wunderschönen Parque Josone. Etwas weiter entfernt, aber dennoch zu Fuß leicht erreichbar, die Plaza de Artisanos, ein großer Kunsthandwerksmarkt, das Museo del Tabaco und einige wunderschöne öffentliche Strände.

Sonnenuntergang am Strand von Varadero

Fortsetzung folgt …

La Rampa, Prachtstraße von Havanna

La Rampa


Die 23. Straße, besser bekannt unter dem Namen „La Rampa“, ist eine der Prachtstraßen von Havanna. Hier befinden sich die schönsten Villen, Luxushotels, Ministerien, der Jazzclub „La zorra y El Cuervo“, ein Kunsthandwerksmarkt und der berühmte Eissalon „Coppelia“.

„Artesania“ – Kubanisches Kunsthandwerk
Parque Coppelia

Obwohl die Preise in diesem Eissalon für Kubaner sicher nicht billig sind, stehen die Leute selbst bei großer Hitze bei den Eingängen in langen Schlangen an, denn es darf immer nur ein gewisses Kontingent an Gästen in das Lokal. Natürlich wollte auch ich das berühmte Eis von Coppelia verkosten, gab das lange Anstellen in der prallen Mittagssonne nach etwa einer Viertel Stunde jedoch auf.
Menschenschlange vor dem Eingang zum Eissalon „Coppelia“
Eis von Coppelia habe ich dennoch gegessen – und zwar in Cienfuegos, wo es am Prado ebenfalls eine Niederlassung dieses Eissalons gibt. Hier musste ich mich nicht anstellen und konnte sofort hinein. Ich bestellte einen „Arlequin“, das ist ein Becher mit 2 Kugeln Eis nach Wahl (wobei die Auswahl auf 5 bis 6 Sorten beschränkt ist) und einem kleinen Stück Gebäck.
Fazit nach 2 Besuchen: Das Eis ist relativ geschmacklos und besteht überwiegend aus Fruchtsaft und Kristallzucker.
Reges Treiben auf der Rampa

Mit der Fähre nach Casablanca

Blick von Casablanca auf den Hafen von Havanna
Um nur 1 CUC gelangt man vom Hafen von Havanna mit der Fähre zur anderen Seite der Bucht in das malerische Fischerdorf Casablanca.
Der „Christus von Havanna“
Auf einem kleinen Hügel, von wo man auch eine phantastische Aussicht auf die Stadt hat und den man nach einem kurzen Fußweg oder mit einem der vielen Oldtimer-Taxis bequem erreichen kann, steht eines der Wahrzeichen von Havanna, eine riesige Christus-Statue aus weißem Carrara-Marmor.
Casa del Che, Casablanca, Havanna
Da Christentum und Kommunismus in Havanna keinen Widerspruch darstellen, befindet sich gleich daneben das „Haus des Che“, heute ein Kulturzentrum und Museum. Weitere Sehenswürdgkeiten sind die Festung Fortaleza de San Carlos de la Cabaña und das Castillo de los Tres Reyes del Morro.
Blick vom Malecón auf das Castillo de los Tres Reyes del Morro
Casablanca ist auch der Ausgangspunkt der historischen Hershey Trains in das 92 km entfernte Matanzas. Ich hatte dieses Abenteuer eigentlich auf meinem Plan, doch der Zugverkehr wurde, so erfuhr ich vor Ort, auf unbestimmte Zeit eingestellt.
Derzeit stillgelegt: Der Zug von Casablanca nach Matanzas
Trotzdem: Der Ausflug lohnt sich auf jeden Fall und es gibt hier auch ein paar nette Restaurants und Bars.

Fähre nach Casablanca

Mit einer anderen Fähre kann man übrigens nach Regla fahren und die schöne Aussicht sowohl auf die Hauptstadt, als auch auf Casablanca genießen.

Ankunft in Viñales

Die Hauptstraße von Vinales
Der erste Eindruck den ich von Viñales bekam, war eine Traube von Frauen, die bei der Haltestelle des Viazul-Busses mit Visitenkarten in den ausgestreckten Händen auf die Ankunft der Reisenden warteten. Es waren Zimmervermieterinnen, die bereits ab 5 CUC eine Unterkunft in ihrer Casa anboten.
Ich hatte mein kleines Apartment in der Villa dos Marias jedoch bereits von zu Hause aus reserviert und machte mich sofort auf den Weg dorthin.
Villa Dos Marias in Viñales
Das Haus liegt am Ortsrand, etwa 1 km von der Bushaltestelle entfernt, und war leicht zu finden. Die Besitzer, ein junges Ehepaar mit einer 4 Monate alten Tochter, waren sehr freundlich und die Unterkunft für 9 CUC mehr als ok. Sie war mit 2 Doppelbetten, Bad mit Dusche und WC, einem großen Kühlschrank und einer Klimaanlage ausgestattet. Das Frühstück um 4 CUC fiel ebenfalls sehr gut und reichlich aus.
Alles, was das Herz begehrt: Frühstück in meiner Casa

Von dem Städtchen Viñales war ich – auf Neudeutsch gesagt – völlig geflasht: Schöne, bunte Häuser entlang der Straße, auf den Terrassen Schaukelstühle, dazwischen zahlreiche gepflegte Restaurants und Bars, ein kleiner Straßenmarkt mit viel Kunsthandwerk, Hühner, Pferdekutschen, Kühe auf den Wiesen und rundherum hohe Berge. Ein idealer Ort, um Urlaub zu machen, die Gegend zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden und es sich einfach gut gehlen zu lassen …

Mit dem Bus nach Viñales

Die Viazul-Busstation in Havanna
Pünktlich um 7:20 holt mich das Taxi von meiner Unterkunft ab. Obwohl: Taxi wäre vielleicht etwas zuviel gesagt: Es ist ein Bekannter von Simone, der sich mit seinem 30 Jahre alten Lada ein wenig Geld dazu verdient. Dem Auto sieht man sein Alter an, Sicherheitsgurt gibt es auch keinen und für den Fahrer gelten offensichtlich keine Geschwindigkeitsbeschränkungen. Gut dass er wenigstens bei Rot anhält.

Nach etwa 20 Minuten komme ich am Busbahnhof an, ein unscheinbares Gebäude, an dem ich allein wohl vorbei gelaufen wäre. Ich gebe dem Fahrer seine 10 CUC und dann verläuft alles rascher als erwartet: Da ich die Fahrt nach Vinales bereits von zu Hause aus über das Internet gebucht habe, muss ich den Ausdruck nur vorlegen und bekomme dann ein neues. Die Abfertigung geht schnell und es gibt keine langen Schlangen bei den Schaltern.
Ich hole mir um 30 Cup noch eine Flasche Wasser und eine Dose Orangenlimonade, beides schön kühl. Auch im Bus ist es kühl, um nicht zu sagen kalt, aber das wusste ich zum Glück aus Reiseberichten anderer Tramper und hatte meinen Pullover und ein Halstuch im Handgepäck dabei.
Die Sitze waren breit und bequem, auf jeden Fall besser als im Economy-Bereich des Fliegers und so konnte ich auch der in 2 Tagen folgenden achtstündigen Fahrt von Viñales nach Cienfuegos getrost ins Auge sehen.
Das „Motorradtagebuch“ des jungen Ernesto Guevara
Hier am Busbahnhof bekam ich auch das Reisetagebuch von Che Guevara, das ich in der Stadt vergeblich gesucht hatte.
Die Autobahn in Richtung Pinar des Rios verläuft schnurgerade durch grüne Wiesen und Felder nach Westen. Sie hat 2 Spuren in jede Richtung, ist gut ausgebaut und es gibt kaum Verkehr. Das Geschwindigkeitslimit beträgt hier 100 km/h.  Links und rechts der von Laubbäumen und Palmen gesäumten Straße  sieht man vereinzelte Dörfer, weidende Rinder und Gemüsegärten. Rechts von der Fahrbahn gibt es noch eine weitere Spur für Radfahrer.
Pause in Las Terrazas
Keine Shoppingcenter am Ortsende, keine Reklametafeln am Rande der Autobahn… Dafür Pferdekutschen, Ziegen, ja sogar vereinzelte Hühner. Wie schön, dass Kuba sich noch immer gegen den Kapitalismus wehrt  aber wie lange wird es noch so bleiben?
Auf der Autobahn von Havanna nach Viñales
Nach einer Stunde erreichen wir das Öko-Dorf Las Terrazas. Der Bus hält ca. 20 Minuten, genug Zeit für einen kleinen Spaziergang, eine Erfrischung und einen  Besuch der für kubanische Verhältnisse sehr gepflegten Toilette im Rancho Curujey.
Restaurante „Rancho Curujey“
Ich hatte ursprünglich geplant, hier ein oder zwei Tage zu bleiben, aber kein Quartier zu einem halbwegs vernünftigen Preis gefunden, daher war ich sehr froh, dass ich dieses wunderschöne Fleckchen Erde wenigstens auf diese Art kurz zu sehen bekam.
Pinar de los Rios


Nun noch ein kurzer Halt in Pinar de Los Rios, wir dürfen allerdings nicht aussteigen. Das ist schade,denn soweit ich vom Bus aus sehen kann, hat diese Stadt  nicht nur architektonisch so einiges zu bieten.

Die letzten Kilometer bis Viñales quält sich der alte Bus über Serpentinen bergauf und bergab, dann sind wir am Ziel.

Iglesia del Sagrado Corazón de Jesús  Viñales

Die Bushaltestelle befindet sich direkt im Ortszentrum gegenüber der Kirche und kann ich meine schon von zu Hause aus reservierte Casa leicht zu Fuß erreichen.

Das pure Leben: Centro Habana

Centro Habana
Das Stadtviertel „Centro Habana“ ist, und das konnte ich während meines Aufenthalts in der Casa von Simone ausgiebig beobachten, das Viertel, in dem das alte, volkstümliche Havanna noch am besten erhalten ist.
Die Manrique-Straße führt direkt hinunter zum Malecon
Abgesehen von der Küstenstraße Malecon natürlich, denn hier befinden sich teure Hotels wie zB das Deauville. Dort, direkt vor dem Hotel, hält auch der Hop-on Hop-off Bus, und wer keine Lust hat, sich bei einem Etecsa-Kiosk um eine Internetkarte anzustellen, bekommt sie auch hier an der Reception, allerdings zum doppelten Preis (1 Stunde 2 CUC).
Hotel Deauville, Malecon 
Typisches Oldtimer-Taxi in Havanna
Auch zahlreiche Taxilenker bieten am Steuer ihres antiken, bonbonfarbenen Buick, Pontiac oder Chevrolet ihre Dienste an. 35 CUC für 30 Minuten. 
Wer es billiger haben will, kann auf ein normales Taxi oder eine Rischka zurückgreifen. Oder man geht zu Fuß, das ist auch sehr schön…
Im Centro Habana
Die Cocktails hier sind größtenteils verwässert, aber man hat am Abend von hieraus eine schöne Sicht auf das bunte Treiben am Ufer des Meers.
Mojito mit Aussicht


Das „echte Havanna“ findet man, wenn man vom Malecon aus eine der Seitengassen hinunter geht. Da verkaufen Frauen direkt vom Fenster aus Kaffee, selbstgemachtes Gebäck oder belegte Brötchen, an den kleinen Marktständen kann man Bananen und andere frische Früchte mit Moneda Nacional  – CUC kann man in jeder Wechselstube (Cadeca) problemlos in CUP umwechseln – sehr günstig erstehen. Hunde, Katzen und sogar Hühner laufen durch und über die Gassen, in denen man auch als Frau ohne Angst unterwegs sein kann, denn Havanna ist eine sehr sichere Stadt und außer kleinen Betrügereien hat man kaum etwas zu befürchten.

Kleiner Gemüsemarkt im Zentrum Havannas

Das alte Havanna

Hotel Inglaterra, Old Havanna

Havanna wurde 1519 von den Spaniern gegründet und feiert daher heuer das 500-jährige Jubliäum. Dazu hat sich die Altstadt, die sich entlang der Bahía de la Habana vom Hafen bis zum Prado erstreckt, sehr schön herausgeputzt und steht anderen Großstädten in nichts nach.

San Cristóbal, die Kathedrale von Havanna

Ganz im Gegenteil: An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu erkunden, zahlreiche Bars und Restaurants, gepflegte Parks mit schattigen Bäumen laden zum Verweilen ein, wenn man von den vielen Eindrücken und der feuchten Hitze überwältigt, eine kurze oder längere Pause einlegen will.

Calle Obispo, Hotel Ambos Mundos

Mir kam die Altstadt von Havanna vor wie ein großes Museum und das ist sie tatsächlich, denn ein
historisches Gebäude reiht sich an das andere. Mir gefiel besonders das Museo Simón Bolívar (Eintritt frei) in der Calle Mercaderes.

Casa Museo Simón Bolívar
Havanna feiert seinen 500. Geburtstag
So wunderschön das alte Havanna, dessen ursprünglicher Name San Cristóbal de la Habana lautete,

auch ist, große Teile davon sind sehr touristisch und die Preise dementsprechend hoch.

Historische Apotheke im alten Havanna
Nur in wenigen Seitengassen bekommt man das, was auch die Einheimischen essen und trinken und kann mit kubanischen Pesos bezahlen.

Zigarrengeschäft in der Altstadt

In Parks oder vor dem berühmten Hotel „Ambos Mundos“ (Hemingway residierte hier zu seiner Zeit, ein Bier kostet stolze 4,50 CUC) treten Tanzgruppen auf und Blumenverkäuferinnen in historischen Trachten lassen sich gegen Bezahlung nur zu gerne fotografieren.

In der Lobby des Hotels „Ambos Mundos“

Das Kapitol wurde 1929 erbaut und ähnelt täuschend dem gleichnamigen Gebäude in Washington. Es liegt direkt am Prado, einem großen Boulevard, der das Alte Havanna vom Centro trennt. Hier findet man einige der größten Hotels, die Spanische Botschaft, schöne Parks, Kulturzentren, Museen und zahlreiche gute Restaurants.

Das Kapitol von Havanna

Zwei weitere Sehenswürdigkeiten sind Hemingway’s Lieblingsbars „El Floridita“, wo angeblich der Daiquiri erfunden wurde und „La Bodeguita del Medio“, eine (ebenfalls sehr überteuerte) Mojito-Bar.

Hemingway’s Lieblingsbar: „El Floridita“
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