Varadero … Viel besser als sein Ruf

Wenn man mit anderen Leuten über Kuba spricht, hört man über Varadero immer dasselbe: Große Hotelburgen, hat nichts mit dem „echten Kuba“ zu tun… und so weiter.

Das mag für manche Touristen ja zutreffen, aber 1. ist es hier ja nicht so, dass man gezwungen ist, sich in der Hotelanlage aufzuhalten (Kriminalität gibt es in Kuba praktisch nicht und auch als allein reisende Frau fühlte ich mich immer sicher) und 2. besteht sogar hier die Möglichkeit, etwas mehr über Land und Leute zu erfahren.
Interessante Gespräche mit Hotelangestellten
So erfuhr ich bei Unterhaltungen mit dem Personal, dass die Wochenarbeitszeit hier in Kuba 48 Stunden beträgt und die Leute einen Tag pro Woche frei haben. Eine junge Putzfrau (34 Jahre und drei Kinder von 16, 17 und 18 Jahren) erklärte mir, dass die Ehe hier kaum von Bedeutung sei und Kubanerinnen zumeist mit den Vätern ihrer Kinder bloß zusammenleben so lange die Sache gut geht. Sie war richtig stolz darauf, bereits mit 16 einen Babybauch gehabt zu haben, und aus dem Enthusiasmus, mit dem sie darüber sprach und mir dabei auf dem Handy die Fotos ihrer Kinder zeigte, glaubte ich ihr das auch ohne Vorbehalt.
Am Strand von Varadero
Ja, so kommt es eben immer darauf an, was man aus seinem Urlaub macht, und auch hier in Varadero gibt es vieles zu entdecken.

Ein kubanisches Paradoxon

Bauernmarkt in Iznaga

Ob es den Kubanern nun im Blut liegt oder ob das unternehmerische Geschick erst durch die strengen Regelungen der sozialistischen Marktwirtschaft, das Embargo für dringend benötigte Güter und die vielerorts bittere Armut zustande kam, kann ich nicht sagen. Sicher ist jedoch: Vom Schulkind bis zur kuchenbackenden Großmutter ist jeder Kubaner ein Einzelunternehmer…
Rischkafahrer in Cienfuegos
Soeben habe ich mir auf der Straße von einer Haustür aus frisches Popcorn gekauft, in Havanna waren es Schinken-Käse-Toast, Espresso und Roscas, eine Art kubanische Donuts. Junge und nicht mehr ganz so junge Männer arbeiten hauptberuflich oder nebenbei als Taxi-, Rischka- oder Pferdekutschenfahrer, andere wiederum, verkaufen Internetwertkarten an Touristen. Zwar um den doppelten Preis, den man bei Etecsa hinlegt (1 CUC für eine Stunde), aber so mancher zahlt lieber, anstatt sich bei der glühenden Hitze in der langen Schlange vor dem Kiosk anzustellen.
Auch Free Walking Tours auf Trinkgeldbasis sind eine zusätzliche Einkunftsquelle für Lehrerinnen oder Studenten, Fremdsprachen machen sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt.
Eine sehr geschickte Subunternehmerin – und das völlig legal – ist Yaima, die gute Seele im Haus des singenden Italieners. Für das Saubermachen der Zimmer, das Wäschewaschen und Bügeln erhält sie von ihm ein kleines, für kubanische Verhältnisse aber durchaus akzeptables Gehalt. Das Frühstück, das Sie für die Gäste der Casa zubereitet, ist jedoch Ihr ganz eigenes Business…
Und dann gibt es natürlich jede Menge Tauschgeschäfte. Auf dem Bauernmarkt von Iznaga tauschte ich meine alten USB-Sticks gegen ein handbesticktes Tischtuch und eine Bluse ein und staunte übrigens nicht schlecht darüber, wie gut sich die Marktfrauen mit Gigabytes auskannten…
Dass findige Kubaner unerfahrene Touristen gerne zu „tollen“ Esslokalen oder Casas geleiten, um dort eine Provision zu kassieren, ist ausreichend bekannt, und über weitere, weniger legale Geschäfte möchte ich mich an dieser Stelle nicht verbreitern und nur die Warnung weitergeben, niemals auf der Straße Geld umzutauschen.

Verkauft sich gut: Kubanische Acrylmalerei
Tatsache ist, dass alle, aber wirklich alle ihre kleineren oder größeren Geschäfte laufen haben – rund um die Uhr, 7 Tage die Woche, denn der CUC, etwa 25 x so viel wert wie der Peso, ist hier der Schlüssel zu vielen, sonst unerreichbaren Dingen.
Die für hiesige Verhältnisse wohlhabende  Klasse sind die Besitzer der seit der neuen Regelung wie Pilze aus dem Boden schießenden Casas particulares und Hostales, denn mit ca. 20 – 30 CUC pro Zimmer und Nacht kann man schon so einiges anfangen, vor allem, wenn man bedenkt, dass diese Summe in etwa einem kubanischen Mohnatslohn entspricht.

Und wie viel kostet das?

3 Pesos-Münze mit Abbild von Che Guevara

Eine wichtige – wenn nicht sogar grundsätzliche – Frage, die ich vorerst nur teilweise beantworten kann. Hier meine Kostenaufstellung:

FLÜGE

Meine Flüge habe ich schon vor etwa einem halben Jahr bei Austrian Airlines gebucht, die damals noch einen Direktflug nach Havanna im Programm hatten. Leider wurde diese Non stop-Verbindung heuer im Sommer gestrichen und ich fliege jetzt mit Air France hin und mit Condor zurück. Der Flugpreis von 538 € hin und zurück blieb allerdings gleich.

UNTERKÜNFTE

Wie schon sehr oft in der Vergangenheit habe ich meine Reservierungen über booking getätigt und dafür ca. 850 € bezahlt, was für 3,5 Wochen – davon eine Woche in einem ****Resort mit all in in Varadero doch recht günstig ist. (Über das Empfehlungsprogramm bekam ich inzwischen sogar Gutschriften in der Höhe von 90 € auf meine Kreditkarte zurückgebucht)

BUSTICKETS

Die Viazul-Tickets kann man bequem von zu Hause aus über das Internet buchen. Gesamtpreis für die Rundreise Havanna – Viñales – Cienfuegos – Trinidad – Santa Clara – Varadero – Havanna: ca.80 €

Natürlich ginge einiges sicher vor Ort auch noch billiger, aber mir schien es wichtig, so viel wie möglich vorab zu bezahlen um weniger Bargeld mitnehmen zu müssen, denn soweit ich gelesen habe, sind Bankomaten in Kuba nicht allzu verbreitet, die Gebühren fürs Abheben hoch und die Schlangen davor lang.

Mit Ausnahme von Varadero, wo ich mich für ein all in-Arrangement entschieden habe, rechne ich zusätzlich mit ca. 30 € für Essen und Trinken pro Tag, dazu kommen diverse Ausflüge, Taxis, Eintritte, Internet-Gebühren und andere Kleinigkeiten.

Packliste Kuba Winter

Hola y bienvenidxs!

Hier ist meine Packliste für 3 Wochen. Alles passt problemlos in meine 40 Liter-Trekkingtasche:

7 Tops
2 kurze Hosen
1 3/4 Hose (dünn)
1 lange Hose, dünne Baumwolle
1 Rock
2 Kleider
7 Slips
3 Paar Socken
1 BH
2 Bikinis
Sonnenhut
1 leichter Pullover und eine leichte Steppjacke für den Flug und die Fahrten im Viazul-Bus
1 Paar Kompressionsstrümpfe

1 Badematte (Stroh)
1 Hammamtuch
1 Badetuch aus Mikrofaser
1 kleines Handtuch, Mikrofaser
1 Pareo-Tuch
1 Paar Flip-Flops
1 Paar Espadrillos
1 Paar Sandalen
1 Paar Sportschuhe
Beutel für Schmutzwäsche

Jack Wolfskin „Waschsalon“ mit Toilettartikeln (1 Stk. feste Haarseife mit Conditioner, 1 Körperseife, Tag- und Nachtceme, Sonnenschutz, festes Deo, Gesichtsreinigungstücher, Cremes, Nagelschere, Feile, kleiner Handspiegel, Haarbürste, Kamm, faltbarer Zahnputzbecher, Zahnbürste, Zahncreme-Konzentrat, Waschmittel-Konzentrat
1 Rolle WC-Papier, 2 Pk. feuchtes Toilettpapier, Papiertaschentücher
Medikamente, Insektenspray, Notfall-Medikamente, Pflaster usw.
Taschenmesser, Campingbesteck

Powerbank, Ladekabel für Handy, Steckdosenadapter USA
Notizblock, Kugelschreiber
Brille, Sonnenbrille, Modeschmuck
Dosen-Safe (für Geld) + 2 Geldbörsen für die verschiedenen Währungen (CUC und CUP), Kreditkarte
Tagesrucksack
Reisedokumente, Versicherungsnachweis, Kopie vom Reisepass

Meinen genauen Reiseplan, diverse Offline-Karten (maps.me) usw. habe ich auf meinem Smartphone gespeichert.

Update nach der Reise:

Wie schon so oft hatte ich auch diesmal viel zu viel an Kleidung eingepackt. Das ergab sich schon allein daraus, dass ich aufgrund der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit mindestens einmal pro Tag die völlig verschwitzte Kleidung und Unterwäsche wechseln musste. Ich gewöhnte mir an, alles sofort durchzuwaschen und aufzuhängen, so konnte ich die Sachen am nächsten Tag wieder anziehen und wäre auch locker mit 3 T-Shirts ausgekommen.

Die Zugfahrt von Trinidad ins Valle de los Ingenios hingegen erwies sich fatal für alles, was ich an jenem Tag anhatte (eine neue kurze beige Trekkinghose und mein Che Guevara-Top), denn die von Flugruß und Öl verschmutzten Sachen waren auch zu Hause nicht mehr sauber zu kriegen und mussten leider in den Müll.

Meinen leichten grauen Pulli, der mir auf Reisen immer beste Dienste geleistet hatte, vergaß ich leider beim Anprobieren einer Bluse auf einem Markt und er tauchte, als ich sein Fehlen bemerkt hatte und nochmals zurück ging, auch nicht mehr auf, was mich nicht wundert, den langärmelige Kleidung ist in Kuba kaum zu bekommen und wenn, dann nur aus synthetischem Material der billigsten Sorte.

Auch mein schöner Strohhut kam mir abhanden (ich vergaß ihn in einem Taxi), diesen zu ersetzen war allerdings sehr einfach, denn man bekommt auf jedem Markt und in jedem Souvenirshop Hüte und Kappen in allen Größen und Varianten zum Preis von 5 CUC.

Auch das Badetuch und das Toilettepapier hätte ich gut und gerne zu Hause lassen können, denn beides gab es in jedem Hotel bzw. jeder Casa und um ein paar Groschen Trinkgeld auch in allen öffentlichen Toiletten.

Reisevorbereitung

Nach längeren Überlegungen wird mich anstelle eines Rucksacks meine neue Trekkingtasche von QUECHUA nach Kuba begleiten. Ja, es wird wieder eine Backpacking-Reise, d.h. ich werde sozusagen als „mochillera“ unterwegs sein.

Die Tasche lässt sich von 40 l (womit ich bequem auskomme ohne auf irgend etwas verzichten zu müssen) auf 60 l erweitern und das Beste ist: Man kann sie bei Bedarf auch als Rucksack schultern.

Aufgrund ihrer Maße würde die Tasche auch als Handgepäck durchgehen, ich werde sie allerdings (in Frischhaltefolie gewickelt) aufgeben und nur einen kleinen Rucksack in den Flieger mitnehmen.

Aber zurück zum Anfang …

BUCHUNGEN

Mit der Planung dieser Reise begann ich ungefähr zeitgleich mit meiner Kanada-Reise heuer im Frühjahr, den Flug habe ich bereits im Mai gebucht und im Sommer kamen – nachdem die Reiseroute feststand – nach und nach die Unterkünfte dazu, im November dann auch die Bustickets direkt bei http://www.viazul.com. Das alles war von Wien aus über das Internet und mit VISA sehr einfach möglich.

IMPFUNGEN

Da ich im Frühjahr auch meine Zeckenimpfung erneuern musste, ließ ich bei der Gelegenheit bei der reisemedizinischen Beratung auch gleich meinen Impfpass kontrollieren. Ich musste meinen Hepatitis-Titer im Labor kontrollieren lassen und es war keine Auffrischung nötig. Außerdem empfahl mir die Reisemedizinerin (trekking) eine 3-fach Impfung gegen Tollwut, die ich mir (auch im Hinblick auf eine für kommendes Jahr geplante Reise) geben ließ. Dann noch eine Spritze gegen Typhus, eine Empfehlung für ein Antibiotikum und ein Insektenspray und ich war fertig. Ganz billig war die Sache nicht, aber dafür habe ich in den nächsten Jahren Ruhe.

INFOS

Gleichzeitig las ich natürlich sehr viel über Kuba in Reiseführern und im Internet, schaute mir diverse Filme und Dokus an und sprach mit Leuten, die bereits dort gewesen waren über ihre Erfahrungen. Die meisten hatten dort allerdings einen Badeurlaub oder eine organisierte Rundfahrt unternommen und so hielt ich mich eher an Reiseblogger und einschlägige Facebook-Gruppen.

DOKUMENTE

Da das Internet in Kuba zwar im Ausbau begriffen, aber bei weitem nicht flächendeckend verfügbar ist, habe ich mir offline-Karten auf mein Handy heruntergeladen und einige Stadtpläne auch ausgedruckt, ebenso wie die erforderlichen Dokumente (eine Versicherungsbestätigung, eine Kopie des Reisepasses, die geplante Reiseroute, die Bustickets, die man in der jeweiligen Viazul-Station ausgedruckt vorlegen muss und alle möglichen weiteren Voucher).

VISUM/ TOURIST CARD

Wer nach Kuba einreisen will, benötigt eine sogenannte „Tourist Card“ (Touristenkarte). Diese bekommt man laut Auskunft von Austrian Airlines vor dem Abflug beim Ticketschalter am Flughafen um ca. 35 €.

In meinem nächsten Post findet ihr meine Packliste. ¡ Hasta luego ! VP

¡Viva Cuba!

¡Holá y buenas a todxs!

Noch eine Woche und dann werde ich bereits in Havanna sein. Die Reise habe ich fast ein Jahr lang geplant, aber was heißt schon Planung… möglicherweise kommt auch vieles ganz anders…

Zunächst werde ich zur Eingewöhnung einige Tage in Havanna verbringen,
danach geht es weiter nach Viñales, Cienfuegos, Trinidad, Santa Clara, Matanzas und über Varadero zurück nach Havanna.

Geplante Reisedauer: 24 Tage
Reiseart: Backpacking mit Unterkünften ins Hostels, Casas particulares und Hotels
Reisebewegungen: Mit dem Flieger über Paris nach Havanna, in Kuba überwiegend mit dem Bus

Macht dich das neugierig? Dann folge mir hier und auf Instagram unter #violetpaderborn

¡Hasta pronto! 

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