Mit dem Taxi Colectivo nach Cusco

Frühstück in der Quechua Lodge
Nach einem ausgiebigen Frühstück in der Lodge in Ollantaytambo machte ich mich auf den Weg zum Marktplatz, denn ich wusste, dass von dort Sammeltaxis nach Cusco fahren. Ein Fahrer bot mir an, mich zusammen mit drei anderen Personen um 15 Soles pro Person zur Plaza San Francisco in Cusco  zu bringen.
Taxis colectivos
An das Handeln hier bereits gewohnt, sagte ich ihm, dann müsse er mich aber schon bis zum Hotel bringen. Er war sofort einverstanden und jetzt müssten nur noch drei andere gefunden werden…
Von Ollantaytambo durchs Geebirge nach Cusco
Ein jüngerer Mann war bereits da, doch als eine alte bolivianische Bäuerin einstieg, die für sich allein schon beinahe den ganzen Rücksitz benötigte, stieg er wieder aus, denn er war der Meinung, so würden wir keine dritte Person zum Mitfahren mehr finden.
Doch kaum war er weg, stieg ein nettes Ehepaar zu und die Fahrt konnte losgehen.
Ich hatte vorher ein wenig Angst vor dieser Strecke gehabt, denn sie geht durchs Gebirge und außerdem liegt Cusco etwa 1000 m höher als Ollantaytambo. Wie würde es mir damit gehen?
Die Fahrt verlief jedoch völlig problemlos, wir unterhielten uns über dies und das und so verging die Zeit.
Chinchero
Die laut Angaben des Chauffeurs erst ein Jahr alte, neue Straße nach Cusco, CU-110, nimmt eine Abkürzung und ist außerdem in ausgezeichnetem Zustand. So dauerte die Fahrt deutlich kürzer als die Hinfahrt vor 4 Tagen. 
In den Dörfern auf der Strecke liefen uns  Kühe, Schafe und Hunde über den Weg und wir kamen auch durch den Bezirksvorort Chinchero, wo auf den Straßen ein hektisches Treiben herrschte.

Nach einer guten Stunde erreichten wir die Inka-Stadt, der Chauffeur setzte mich wie versprochen vor meinem Hotel ab und natürlich bekam er dafür noch ein gutes Trinkgeld.

Hotel Tierra Nueva Cusco Saphi

Helena

Im „Vistadome“-Zug von Peru Rail
Die Rückfahrt von Aguas Calientes machte ich im „Vistadome“, dem luxuriösen Paoramazug von Peru Rail. Das hatte ich zwar nicht vorgehabt, aber es gelang mir, ein Ticket zum halben Preis zu ergattern und so bezahlte ich weniger, als für die Hinfahrt im einfachen „Expedition“-Waggon und kam noch in den Genuss einer köstlichen Jause und einer Modenschau.

Helena, eine 27jährige Physiotherapeutin aus Chile, saß im Zug zurück nach Ollantaytambo neben mir und sehr rasch kamen wir ins Gespräch.
Ich interessierte mich vor allem für das Leben der ganz normalen Menschen in diesem südamerikanischen Land und sie erzählte mir nicht nur über das duale System bei der Gesundheitsversorgung, sondern auch, dass Frauen in ihrem Land höhere Beiträge einzuzahlen hätten als Männer, wogegen sich in den letzten Jahren langsam Protest zu formieren begann.
Die FONASA, so heißt das öffentliche Krankenversicherungssystem, stellt eher nur eine Basisabdeckung der wichtigsten Leistungen für Bedürftige und Niedriglohn-Empfänger dar und Besserverdiener müssen zuzahlen.
Mit dem Panoramazug durch die Anden
Daneben gibt es private Versicherungsanbieter, ISAPRES genannt, bei denen die Höhe der Beiträge bzw der Umfang der Leistungen nach Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen variiert.
Da das öffentliche System vom Staat derzeit nur unzureichend unterstützt wird, kämpft es mit schweren Missständen wie Personalmangel, langen Wartezeiten und fehlender Infrastruktur. Wer es sich leisten kann, optiert daher für eine private Krankenversicherung. 
Doch viel lieber sprach Elena über ihre Heimatstadt in den Cordilleren, ihr Lieblingshobby Skifahren und die Reisen, die sie bereits im Rahmen von Erasmus gemacht hatte und in Zukunft zu machen gedachte. Die Zeit verging wie im Flug und am Schluss tauschten wir noch unsere Adressen aus. Chile ist zwar weit, aber man kann ja nie wissen …

Markttag in Ollantantambo

Mercado de Abastos „Virgen Asunta“, Ollantaytambo
An meinem zweiten Tag in Ollantaytambo wusste ich zunächst nicht, was ich unternehmen sollte und ging von meiner Pension, der Quechua Lodge, zunächst einmal den Río Patacancha hinunter ins Dorf. 

Ich wählte diesmal am Dorfeingang einen etwas anderen Weg und gelangte schon nach wenigen Minuten zum Marktplatz, wo bereits ein reges Treiben herrschte: Vor der Markthalle saßen Bäuerinnen in traditionellen Trachten auf dem Boden. Vor sich hatten sie auf bunten Tüchern ihre Waren ausgebreitet: Obst, Gemüse, frische Kräuter, Gewürze und anderes mehr.

Eingang zur Markthalle 
In der Markthalle gab es unterschiedliche Stände mit Lebensmitteln, Getränken und Gebrauchsartikeln, im hinteren Bereich wurde fleißig gekocht und einige Marktbesucher ließen sich auch bereits eine heiße Suppe oder einen Eintopf schmecken.
Das obere Stockwerk war wie immer vordringlich Textilien, Taschen und  Schuhwerk vorbehalten. Es gab auch einige Souvenirs zu viel günstigeren Preisen als in den Läden und ich erstand ein schönes buntes Tischtuch um 10 Soles.
Nachdem ich noch eine Flasche Wasser und eine Inka Cola eingekauft hatte, ging ich wieder nach draußen. Inzwischen waren neue Händler zu den Frauen hinzugekommen und auf dem Boden türmten sich Stapel mit gebrauchter Kleidung zum Verkauf.
Ollantaytambo: Auf dem Weg nach Urubamba
Ich überquerte den Platz und ging weiter in Richtung Fluss und stieß bald auf einen weiteren Marktplatz, wo vor allem Obst angeboten wurde.
Im taxi colectivo
Als ich zum Hauptplatz weiterging, stand dort ein fast volles Taxi Colectivo und der Fahrer wartete nur noch auf ein paar zusätzliche Passagiere, die den Van voll machen würden, bevor er nach Urubamba aufbrach. Eine Dame fragte mich, ob ich mitkommen wollte und ich überlegte nicht lange. 
Auf diese Weise sah ich auch den Hauptort des Urubamba-Tals, und das um den Preis einer Tasse Kaffee in einem der Touristenlokale im Zentrum von Ollantaytambo…
Bushaltestelle in Urubamba

Machu Picchu (1)

Zu Fuß zum Bahnhof: Es ist noch stockfinster

Der Wecker läutet um 4. Ich bin ausgeschlafen und voller Tatendrang, mache mich rasch fertig und verlasse kurz vor 5 das Haus. Draußen ist es finster, aber die Straßenbeleuchtung ist an und ich habe keine Angst. Der Weg zum Bahnhof ist nur etwa 20 Minuten und es sind bereits Menschen auf den Straßen unterwegs.
Alles wartet auf den Zug nach Aguas Calientes
Am Bahnhof von Ollantaytambo angekommen, gönne ich mir erstmal einen guten heißen Café tradicional. Hier ist bereits viel los: Souvenirstände, Bars und Cafés haben geöffnet, Frauen in einheimischer Tracht bieten den Reisenden Sonnenhüte, Strickhauben, Ponchos und Decken an.
Ich konnte für heute Früh im Internet noch einen relativ günstigen Platz in einem  „Expedition“-Zug
ergattern. Das ist die günstigste Zugkategorie von PeruRail. Trotzdem kostet mich die etwa eineinhalbstündige Fahrt über 50 USD, denn die Zufahrt nach Aguas Calientes, auch Machu Picchu Pueblo genannt, ist für Touristen nur mit dem Zug möglich. Die beiden Eisenbahngesellschaften Peru Rail und Inka Rail teilen sich dieses sehr einträgliche Monopol.
Die Fahrt nach Aguas Calientes dauert etwa 90 Minuten. Der Sitzplatz ist gepolstert und sehr bequem und auch sonst läuft alles nach Plan. Langsam geht die Sonne auf.
Hunderte Menschen stehen Schlange bei den Shuttle-Bussen
In Aguas Calientes angekommen, muss man einen Shuttlebus bis zum Eingang des Archäologieparks nehmen oder 2 Stunden zu Fuß gehen. Als ich die kilometerlangen Menschenschlangen bei den Haltestellen der Shuttle-Busse sehe, überlege ich nicht lange und beschließe, mich zu Fuß auf den Weg zu machen.
Der Wanderweg entlang der Straße, die auch der Bus nimmt, führt von Aguas Calientes zunächst geradeaus entlang des Flusses bis zu einer Brücke. Dies ist auch der Eingang in den Archäologiepark und man muss sein Ticket und den Reisepass vorweisen. Anschließend geht es noch etwa eine Stunde recht steil bergauf.
Wanderweg zum Machu Picchu

Die Landschaft hier ist wunderschön, die Luft herrlich frisch und klar, und ich bedaure es keinen Augenblick, diesen – fast meditativen – Weg gewählt zu haben.
Eingang in den Archäologiepark
Bald erreiche ich den Check-Point an der Brücke, wo die Tickets kontrolliert werden. Pro Stunde gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Eintrittskarten. 

Die Ruinen von Pinkuylluna

Pinkuylluna: Kasernen oder Lagerhäuser

Heute möchte ich schon ein bisschen für den Machu Picchu trainieren und mir gleichzeitig den schönsten Aussichtspunkt von Ollantaytambo ansehen, von dem man einen herrlichen Ausblick auf die gegenüber liegende, in den Berg gebaute Inka-Stadt haben soll.
Ein kleines Holzschild in der obersten Straße des Dorfes zeigt an, wo es zum Pinkuylluna geht. Und dann geht es schon los, über hunderte Stufen, die teilweise schon in sehr schlechtem Zustand sind, aus dem Ort hinaus und hinauf auf den Berg.
Schwieriges Gelände …
Zum Glück ist es zeitig am Morgen und die Sonne brennt noch nicht vom Himmel. Nach nicht ganz einer halben Stunde habe ich die Aussichtsplattform erreicht, freue mich, dass ich es geschafft habe und genieße die tolle Aussicht.
Wanderung nach Pinkuylluna
Von hier könnte man noch zu den oberen Lagerhäusern der Inkas weiter gehen, doch mir reicht es für heute und ich kletterte wieder langsam hinunter. Der Abstieg gestaltet sich fast noch schwieriger als der Aufstieg. Es gibt kein Geländer und die Stufen sind teilweise sehr glatt und rutschig.
Gut, dass ich meine neuen Trekking- Schuhe aus Arequipa habe, denke ich mir, ohne sie hätte ich höchstwahrscheinlich gleich zu Beginn umkehren müssen.
Blick auf den gegenüber liegenden Archäologiepark
Denjenigen, die beim Lesen Lust bekommen haben, selbst einmal hierher  zu fahren, rate ich auf jeden Fall zu guten Bergschuhen und am besten auch zu faltbaren Trekkingstöcken. Man tut sich einfach leichter damit…

Mit dem Sammeltaxi nach Urubamba

Sammeltaxi in Peru

Mit dem Sammeltaxi (Taxi colectivo) kann man hier um ganz wenig Geld die schönsten Ausflüge machen. Es wird zwar ab und zu recht eng, so wie auf meiner Rückfahrt von Urubamba nach Ollantaytambo, aber die Kleinbusse sind modern und die Fahrer zuverlässig.
Nach dem heutigen Marktbesuch hier in Ollantantambo hatte ich nichts spezielles vor und als mich am Hauptplatz eine Dame fragte, ob ich nach Urubamba mitfahren wolle, überlegte ich nicht lange.
Im Sammeltaxi ist Platz für ca. 20 Personen und ich kam neben einem Coca-Blätter kauenden älteren Herrn mit Inka-Strickhaube und einer großen Einkaufstasche auf dem Schoß zu sitzen.
Wie die meisten Peruaner*innen, die ich bisher kennen gelernt hatte, war auch er sehr freundlich und gesprächig und so hatte ich wieder die Gelegenheit, mein Spanisch anzuwenden
Den Urubamba-Fluss entlang ging es durch das fruchtbare Heilige Tal über Pachar in den Provinzhauptort, wo wir etwa eine halbe Stunde später am Busbahnhof eintrafen.
Auch in Urubamba war Markt, zwar kein so pittoresker Bauernmarkt wie in Ollantaytambo, sondern eine große Markthalle, ähnlich wie der Mercado San Camilo in Arequipa und die Preise waren sehr günstig.
Für ein schönes gewebtes buntes Tuch (peruanische Landfrauen tragen darin ihre Einkäufe oder ihre Babys), wofür auf touristisch angehauchten Kunsthandwerksmärkten andere Händler bis zu 40 Soles wollten, bezahlte ich hier bloß 10.
Der wunderschöne Hauptplatz von Urubamba
Danach ging ich noch eine Weile in der Stadt spazieren. Auch hier gibt es – wie könnte es anders sein – eine“Plaza de Armas“, ein schöner Park mit einem Springbrunnen, schattigen Bäumen und gemütlichen Sitzbänken.
Die Peterskirche, Iglesia de San Pedro Apostol, auf dem Hauptplatz, stammt aus der Zeit Anfang des 18. Jahrhunderts (1716-1730), gilt als eines der schönsten Beispiele kolonialer Architektur und steht daher auf der Liste für Nationales Kulturerbe. Leider war sie jedoch geschlossen.
Urubamba, Heiliges Tal
Ich bedaure es mittlerweile sehr, für diese Reise nur drei Wochen eingeplant zu haben, denn es gibt so viel Interessantes zu entdecken und mir fehlt eindach die Zeit dafür. Morgen Früh geht es mit dem Zug nach Machu Picchu, anschließend noch fünf Tage nach Cusco, danach zurück nach Lima und von dort wieder nach Hause.

In der Inka-Stadt Ollantaytambo

Das Urubamba-Tal
Ollantaytambo liegt auf ca. 2800 m etwa in der Mitte zwischen Cusco und Machu Picchu im sogenannten Heiligen Tal oder auch Urubamba-Tal nach dem Namen des Flusses, der es durchfließt.
In den engen Gässchen von Ollantaytambo
Das besondere an dieser kleinen Stadt ist, dass sie das einzige verbliebene Beispiel für die Stadtbauweise der Inkas darstellt. Viele Häuser befinden sich noch im Originalzustand und jede Gasse besitzt ihre eigene Wasserrinne für Frischwasser aus dem Gebirge.
Inka-Königin Ñusta Kura Oqllo
Rundum erheben sich hohe Berge auf denen man eine imposante Inka-Festung (la fortaleza) bewundern kann. Diese liegt in einem umzäunten staatlichen Archäologiepark, und um sie besichtigen zu können, muss man das Cusco Tourist Ticket erwerben.
Archäologiepark Ollantaytambo
Ist man einmal drinnen, heißt es Stiegen steigen, viele Stiegen und nochmals Stiegen … denn den herrlichen Ausblick vom Tempel des Sonnengottes ganz oben muss man sich erstmal verdienen.
Gegenüber der Festung, im Nord-Osten von Ollantaytambo, auf dem Berg Pinkuylluna, liegen, etwa auf halber Höhe, ebenfalls sehr gut erhaltene Vorratsspeicher und Wächterhäuser der Inkas.
Der steile Weg nach oben führt über zahlreiche Stufen, dauert etwa eine halbe Stunde und anschließend wird man mit einer herrlichen Aussicht auf die gegenüberliegende Inka-Festung belohnt.
Die Besichtigung der Speicher auf dem Pinkuylluna ist übrigens kostenlos.
Kunsthandwerksmarkt in Ollantaytambo
Am Fuße der Festung, beim Eingang zum Archäologiepark, erwartet die Besucher ein großer Kunsthandwerksmarkt mit Silberschmuck, Decken, Ponchos und vielen anderen typischen Souvenirs.
Die Preise hier sind in Anbetracht des Standortes allerdings etwas höher als zum Beispiel in Lima oder Arequipa. Handeln geht jedoch auch hier ganz gut.

Kevin (22)

Unterwegs nach Ollantaytambo

Kevin ist ein junger Mann aus dem Urubambatal, der in meinem Hotel als „mozo“, d.h. Junge für alles arbeitet. Er wurde mit dem Auto nach Cusco geschickt, um mich dort vom Busbahnhof abzuholen.

Auf der zweistündigen Fahrt nach Ollantaytambo erzählte er mir eine Menge über Land und Leute und hielt zwischendurch mehrmals an, um mir zwei besonders schöne Aussichtspunkte, die spektakulären Skylodge Adventure Suites (Übernachtung in einer Art Glaskapsel 300 m hoch an einer Felswand) bei Pachar zu zeigen.
Skylodge Adventure Suites, Pachar
Wir kommen an vielen Häusern in  Lehmbauweise vorbei, d.h. genauer gesagt aus Lehmziegeln (Spanisch „adobe“), die aus der hier vorkommenden roten Erde hergestellt, mit Stroh vermischt und anschließend in Holzformen getrocknet werden. Dieses Material, das schon seit Urzeiten verwendet wird, weist auch sehr gute Isolationseigenschaften auf, was bei den kalten Nächten und der starken Sonneneinstrahlung unter Tags hier im Gebirge von großer Bedeutung ist.

Der 22-Jährige, dem man seine indianische Abstammung deutlich ansieht und dessen Großeltern noch Quechua sprechen, während er diese Sprache zwar versteht, aber nur mehr selten in ihr spricht, ist trotz des mäßigen Verdienstes (der gesetzlich vorgeschriebene monatliche Mindestlohn in Peru liegt bei etwa 900 Soles) froh, in seiner Heimat arbeiten zu können und nicht in der Großstadt auf Arbeitssuche gehen zu müssen, denn er liebt die Natur und das  Urubambatal.
Im Urubamba-Tal
Wie so viele Jugendliche in allen Teilen der Welt, stört ihn die Korruption in der Politik (unterschiedslos bei Rechten und Linken), wodurch im Land nichts weitergeht und jeder selbst schauen muss, wie er über die Runden kommt.
Wie auch Mari, die Dame aus dem Hotel in Arequipa, betont auch er die Wichtigkeit von Bildung und Ausbildung. Doch viele Familien sind arm und können ihren Kindern den Schulbesuch über die 11-jährige Pflichtschule (6 Jahre Grundstufe und 5 Jahre Sekundarstufe) hinaus nicht finanzieren, in ländlichen Gegenden nicht einmal bis 16 Jahre. Doch die Arbeitslosigkeit ist hoch, Junge haben es schwer, sich auf eigene Beine zu stellen und bleiben daher lange in der Familie.
Die wirtschaftlichen Hauptsektoren in Peru sind Landwirtschaft, Industrie und Fremdenverkehr. Wie ich selbst bei unserer Fahrt durch Cusco sehen konnte, boomt die Bauwirtschaft. Aber auch der Handel spielt eine große Rolle. Die Dichte an kleinen Läden, Esslokalen und Straßenständen ist sehr groß.
Die beliebtesten Freizeitvergnügungen der Jugendlichen sind, so sagt Kevin, Sport, insbesondere Fußball, Computerspiele und Diskothekenbesuche bzw. Veranstaltungen in diversen Jugendzentren.

Mit Cruz de Sur nach Cusco – Teil 2

Der Bus ist praktisch noch kaum abgefahren, als ich einen strengen Geruch wahrnehme. Ich drehe mich kurz nach links und sehr, dass der ältere Amerikaner schräg hinter mir, bereits seine Schuhe ausgezogen, den Sitz zurückgestellt und die Augen geschlossrn hat. Der tödliche Blick, den ich ihm zuwerfe hilft also nichts, denn er scheint bereits eingeschlafen zu sein. Bei seiner Frau hingegen habe ich mehr Erfolg: Sie versteht mich ohne Worte und legt einen Pullover über die Füße ihres Ehegemahls.
Das im Preis inkludierte „Abendessen“ erinnert mich an meine Zeit als Komparsin bei diversen Filmproduktionen: Es besteht aus einem Milchbrötchen mit einer Scheibe Extrawurst und einem kleinen Stück Schokoladenkuchen. Zu trinken gibt es entweder Kaffee oder Tee. Alkohol ist während der gesamten Fahrt im Bus verboten.
Sehr bequem: Liegesitze im Nachtbus von Cruz del Sur
Da mein Magen seit gestern ein wenig beleidigt ist, macht mir das alles aber nichts aus. Danach stelle auch ich meine Lehne zurück, decke mich zu und versuche zu schlafen, was mir aber erst kurz vor Mitternacht – und das nur etappenweise gelingt. Die kurvenreiche Straße ist sehr holprig und stellenweise quält sich der Bus die hohen Berge hinauf.
Im Gebirge ist die Fahrbahn teilweise verschneit, und durch das Fenster sehe ich, dass es auch einige Unfälle gegeben hat. Ein Plus für die Straßenbauer ist die durchgehend gute Beleuchtung, selbst nachts. Nur schließen die Vorhänge im Bus leider nicht allzu gut… 
Trotzdem verläuft die 10-stündige Fahrt mit zwei Lenkern, die sich alle paar Stunden am Steuer ablösen, problemlos und keiner wird krank…
Mit einer halben Stunde Verspätung, was wegen der Schneefahrbahn, wo der Bus zeitweilig nur im Schritttempo vorwärts kam, aber abzusehen war, treffen wir am Busbahnhof in Cusco ein.
Durchs Hochgebirge nach Cusco
Die Inka-Stadt liegt auf 3500 – 4000 Metern Höhe und erstreckt sich über mehrere Berge. In vier Tagen werde ich hierher zurückkehren und die letzten Tage meiner Peru-Reise hier verbringen.
Vorerst erwartet mich jedoch Kevin am Busbahnhof, und während der zweistündigen Autofahrt ins Heilige Tal erfahre ich wieder sehr viel Interessantes über Peru im allgemeinen und das Leben in der Region von Cusco im Speziellen…

Mit Cruz de Sur nach Cusco – Teil 1

Cruz del Sur-Schalter in Arequipa Terrapuerto

Der Nachtbus von Arequipa nach Cusco geht um 20:00 Uhr und die Betreiber des Hotels in Ollantaytambo haben mir zugesagt, mich von dort abzuholen. Mit 40 USD ist das nicht gerade billig, aber Sicherheit hat für mich Vorrang.
Überhaupt wird der dritte und letzte Teil meiner Reise nach Cusco und ins Heilige Tal auch der teuerste sein. Allein die Fahrt mit PeruRail von Ollantaytambo nach Aguas Calientes (Hinfahrt um 6 Uhr Früh mit dem „Explorer“, das ist die billigste Variante für Backpacker, aber um diese frühe Morgenstunde egal, denn es ist um diese Zeit sowieso noch finster, und Rückfahrt am frühen Nachmittag mit dem „Vista Drome“, auf 122 Dollar kommen). Noch nicht eingerechnet der Shuttlebus zum Machu Picchu und der Eintritt…
Lobby meines Hotels in Arequipa
Mate de Coca

Aber zurück nach Arequipa. In der Lobby meines Hotels, wo ich die Zeit bis 18 Uhr verbringe, ist es angenehm. Ich trinke Matetee, lade mein Handy auf, mache mich frisch und werde pünktlich von meinem Taxi abgeholt, das mich um 9 Soles, also weniger als drei Euro, zu dem ziemlich weit entfernten „Terrapuerto“ bringt.
Busbahnhof Arequipa: „Lächle, du wirst gefilmt …“
Hier muss ich zuerst mein Gepäck wiegen und einchecken lassen und danach bei einem Schalter die Service-Gebühr von 3 Soles bezahlen. Am Busbahnhof ist der Teufel los: Hunderte Menschen fahren ab, kommen an oder warten einfach auf ihren Bus und den vorausgehenden Boarding-Vorgang.
Man wird gescannt, abgeklopft und auch das Handgepäck durchläuft einen ähnlichen Vorgang wie am Flughafen. Getränkeflaschen sind allerdings erlaubt.
Gegenüber der langen Schalterreihe befinden sich Dutzende kleine Shops, Cafés und Informationsbüros. Hier kann man alles kaufen, was das Herz begehrt, trotz Sonntag und Abend, sein Gepäck verpacken und aufbewahren lassen und sogar Ohrlöcher werden einem auf Wunsch gestochen…
Zwischendurch treffen Frauen in traditioneller Tracht, mit langen Zöpfen und riesigen Bündeln aus den Dörfern hier ein. Manche tragen kleine Kinder in ihrem bunten Schultertuch, andere schöne Strickarbeiten, um sie auf den hiesigen Märkten an die Händler auf den Kunsthandwerksmärkten zu verkaufen, welche sie dann mit einem ordentlichen Zuschlag an Touristen weiter verkaufen…
Der Wartesaal von Cruz del Sur ist richtiggehend luxuriös. Cruz del Sur ist die teuerste und angeblich beste und sicherste Buslinie, das haben mir auch Einheimische bestätigt. Ich nehme eine Kapsel Activital gegen ein Auftreten von möglichen Symptomen von Höhenkrankheit zu mir. Außerdem habe ich noch Coca-Blätter und -bonbons im Rucksack. Die Reisenden tragen dicke Daunenjacken und Strickpullover, denn draußen ist es recht kalt und es geht schließlich ins Gebirge.
Das Ticket (vergleichbar mit der Business Class im Flieger, die ich mir aber noch nie leisten konnte) hat mich ca. 60 USD gekostet. Aber was für ein Komfort! Der Sitz ist schön breit und gut gepolstert, ich kann meine Füße komplett ausstrecken  und die Lehne um 160 Grad zurückstellen.
Vor der Abfahrt werden alle Passagiere noch fotografiert. Aus Sicherheitsgründen, sagt der Beamte. Was damit genau gemeint ist, mag ich mir lieber nicht ausmalen…
Ankunft in Cusco
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